Premiere Inanna in den Katakomben
fp | 09.06.2015   
Premiere Inanna in den Katakomben
Statt schnarch Brot und Spiele-Champions League und Befriedigung der niederen Instinkte (wie sonst immer =D) wurde am Wochenende lieber mal wieder gegen den Zeitgeist-Strom geschwommen. So gab es anstelle von sinnlosen rumgebolze-gucken lieber ein wenig Hochkultur auf die intellektuelle Mütze: Im Kühlhaus am Gleisdreieck feierte das Theaterstück „Inanna in den Katakomben“ Premiere und ließ mich zwar am Ende ratlos und verwirrt zurück, aber einfache Antworten helfen ja auch nicht immer weiter. Toll und sehenswert war aber die installationsartige Inszenierung, die wie eine Art-Performance wirkte und mit schnellen Schnitten wurde getanzt, es gab einen Punk-Gig und laufend wurden bedeutungsschwangere Sätze gesagt oder sich im Staub der Bühne gesuhlt und ein kafkaeskes „Alice im Wunderland“-artiges Szenenbild jagte das nächste.



Premiere Inanna in den Katakomben
Premiere Inanna in den Katakomben
Premiere Inanna in den Katakomben
Premiere Inanna in den Katakomben
Alles in allem in etwa so fassbar wie Free Jazz, alles schien Metapher für die großen Schicksalsfragen der Menschheit, Schöpfung, Tot und die existentiellen Fragen des Seins prasselten im Minutentakt auf die Zuschauer herein. "Alles ist Nichts und Unendlich ist auch nüscht" mußte ich die ganze Zeit denken und durch den ganzen irrationalen Nonsens wurden die Aussagen der Inszenierung zwar latent beliebig, aber ein deutlicher Hintersinn oder aufklärerische Absichten sind ja auch immer öde und fad und ein Theaterabend mit Spektakel und Bühnenshow pur und interpretiere die Welt - wie sie mir gefällt, haben ja auch was für sich…
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Kategorie: Lifestyle

Premiere Inanna in den Katakomben
Seit der Mainstream der neue Individualismus und der Underground der neue Mainstream ist, was man zum Beispiel sehr gut an der Fusion sehen kann, wo jedes Jahr circa 80.000 non-konforme Anti-Mainstream Menschen hinrennen, war es auch mal wieder an der Zeit gegen den Strom zu schwimmen, nur tote Fische treiben schließlich mit der Strömung. So ging es ganz individuell zum Andreas Gabalier in die ausverkaufte O2 Arena und obwohl ich eigentlich Schlager hasse, liebe ich ja die sentimentale Alexandra und natürlich Andy.
Premiere Inanna in den Katakomben
Sport ist nicht immer Mord und so wurde gestern Abend noch bei der „Zalando Fashion x Sports Party“ nach dem rechten geguckt, wo nicht nur die Kampagne "Fashion x Sport" von Topmodel Anna Ewers begossen wurde, sondern die Gäste auch ordentlich Kalorien mit Tischtennis und Radfahren verbrennen konnten. Nachdem die Kalorien angezählt waren wurde auch noch ausgiebig das Tanzbein geschwungen und es wurde eine ausschweifende Sause wie damals im Katerholzig anno 2011 (wer da Rechtschreibfehler findet darf sie behalten =D) und die Blogger- und Modemädchen freuten sich alle und knipsten wie verrückt Selfies.
Premiere Inanna in den Katakomben
Nach 10000 Konzerten in der letzten Zeit war es auch mal wieder an der Zeit für einen entspannten Kinoabend und so wurde gestern Abend dezent bei Ich und Kaminski vorbeigeschaut, einer Tragik-Komödie über einen blinden Maler und die wirren des Kunst-Business. Groß Uraufführung wurde im cineastischen Delphi gefeiert und nachdem Schauspieler und Crew glamourös über den roten Teppich flaniert waren und die Leinwand freigegeben wurde, gab einen recht ambivalenten Film zu gucken: Zunächst beginnt der neue Streifen von Wolfgang Becker („Good Bye, Lenin!“) furios, es wird wie bei Fraktus eine unterhaltsame Retrospektive über den fiktiven Maler Manuel Kaminski gezeigt und seine Bedeutung für die Klassischen Moderne und Pop-Art illustriert, um dann, wie bei Fraktus übrigens auch, total abzuschmieren.
Premiere Inanna in den Katakomben
Und noch ein letzter Nachschlag Fashion-Week 2015: Am Freitag war ja der Anfang vom Ende der Modewoche, wo leider die viel gelobte Show von Marina Hörmanseder verpasst wurde, dafür ging es am Abend noch zur Aftershow-Party der sympathischen Orthopädin aus Österreich. Wo Ende-Legende mit Mode war, mutierte die Sause zur entspannten Afteraua der Fashion Week, runtergepitchte Midtempo-Beats wie morgens im Süssi, viele Laufsteg-Models die auch mal mitfeiern durften, weil am nächsten Morgen kein Termin mehr anstand und Highlight war der Gig der Fashion-Szene-Band B.o.x.e.r..
Premiere Inanna in den Katakomben
Ein- bis zweimal im Jahr ist ja Sprechgesang lustig anzuhören und so wurde gestern ganz tight bei der Antilopen Gang vorbeigekiekt, die im Gleisdreieck einen Radio-Gig spielten. Als alter Kulturpessimist war ich auf die pc-Rapper aus Düsseldorf ziemlich gespannt und auch wenn es mal nicht den üblichen „ich bin der kuulste im Ghetto“ / Materialisten Schwachsinns-Rap gab, wurde bei der Antilopengang trotzdem jut ausgeteilt – Konsens blabla braucht ja schließlich kein Mensch. So bekamen zum Beispiel KenFM und Günther GraSS, die alten „Israel-Kritiker“ ey, eine rübergezogen, die überbewertete Uni wurde schön gedisst, bei gefühlt 100% Studi-Quote im Publikum und Deutschrap muss eh sterben - damit wir leben können =D. So muss das auch sein, immer feste druff mit den Knüppel auf die ganzen Opferz und eigentlich hatte nur noch eine Chipstüte gefehlt, dafür gab es aber einen juten Pogo-Mob vor der Bühne und von den Leuten und von der Atmosphäre kam man sich eigentlich auch eher wie auf einem Punk Konzi, als wie bei einem Hip Hop Gig vor. Die Jungs scheinen ja eh die guten alten „Slime“ zu lieben, wo diese andauernd in ihren Lyriks zitiert werden und wer diesen ganzen „Audiolith“-Kram mag, sollte den nächsten Gig unbedingt nicht verpassen - Peace ööhh „den Feind gegenüber ist ein Trennungsstrich zu ziehen – Mao“ =D
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