Pirate Satellite Festival
fp | 08.05.2015   
Pirate Satellite Festival
Man kann ja nicht immer nur raven gehen, schließlich besteht das Leben auch nicht nur aus 4/4 Takt und Bass Drum und so gab es gestern Abend stattdessen ein lustiges Adoleszenz-Revival. In der wahrscheinlich besten Stadt der Welt gastierte das Pirate Satellite Festival, wo 7 oder 8 nicht so mega bekannte Ami-Punk Bands zockten. Wie immer viel zu spät wurden die ersten zwei oder drei Combos erstmal verpasst, aber die Masse an Bands Flaterate hintereinander durchzugucken ist ja auch echt hardcore und ich wundere mich wirklich immer wieder, wie Alle diese ganzen Festivals im Sommer durchhalten und tagelang jemand beim rumhüpfen auf der Bühne zuschauen, ohne dabei vor Langweile zu sterben. Ich geh da lieber ins Süssi oder zu den voll legalen Schwerelos Open Airs, aber muss ja schließlich jeder selber wissen, wie er seinen Freizeitstress verbringt. Zum Glück gab es bei dem Pirate Satellite aber 2 Bühnen, so dass es wenigstens kein nervtötendes Soundchecking gab und wenn die eine Band fertig war, ging es beim anderen Stage direkt weiter.



Pirate Satellite Festival
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Pirate Satellite Festival
So gaben sich die juten Kapellen im Minutentakt die Klinke in die Hand und beste Show kam für mich dann von Masked Intruder, wo mal nicht voll Hipster-Style nur mitgenickt wurde, sondern auch jut die Post abging und mir am besten der Pogo-Cop "Officer Bradford" (A.C.A.B =D) und der Sänger mit der Nerd-Brille über der Skimaske gefiel.
Masked Intruder sind aber nicht nur eine kuule Gimmick-Band, sondern bringen auch etwas frischen Wind in das doch ziemlich ausgelutschte Ami-Punk Genre und ich Vinyl-Nazi hab mir nach dem Gig noch die neue Pladde zugelegt, nett aber lohnt nicht wirklich, klingt genauso steril wie die guten alten „no use for a name“, aber wie bereits erwähnt, live hammer! Hier jibt’s die maskierten Einbrecher in bewegten Bildern zu schauen



und der Hauptact „Samiam“ war dann auch so lala, do never believe da Hype =D, Punk war früher halt einfach DIY, 3 Akkorde und ins Micro schreien, was man heutzutage einfach nicht mehr so bringen kann und gibt ja auch wieder so viele neue goile Bands, so dass man den ganzen Schrott von früher nicht mehr hören braucht, außer vielleicht manchmal Refused oder Suicidal Tendencies.
Trotz dem ganzen rumgemäkel hier, ein sehr sympathisches Festival, gerade weil nicht so auf die big Names und Kommerz geschielt wurde und man einfach die naive Liebe zur Musik bei den Musikern und hinter den Kulissen verspürte...
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Kategorie: Musik

Pirate Satellite Festival
Gestern war mal wieder Zeit für Liebe, Wahnsinn, Tod und es ging mit Mama ins gute alte Schlossparktheater zur Uraufführung von Honig im Kopf. Richtig gelesen, Till Schweigers Kino-Hit gibt es jetzt auch als Theaterstück und auf den Brettern die die Welt bedeuten gab es dann eine recht ambivalente Inszenierung des Alzheimer-Dramas zu bestaunen: Super zu gefallen wusste der leichtfüßige Umgang mit dem ernsten Thema Demenz, wo die Mischung aus Komik und Drama schön ausbalanciert war, so dass einen das Lachen streckenweise im Hals steckenblieb. Ebenso die berührenden Schauspielleistungen von Achim Wolff und Nastassja Revvo, sowie die minimalistische Umsetzung der Boulevard-Inszenierung, das ganze Bühnenbild bestand aus einem Schrank und zwei Stühlen.
Pirate Satellite Festival
Statt Langeweile war auch diese Woche wieder kreatives Nichtstun und punk&roll angesagt: Gleich Montag nach der Schicht ging es zu den lustigen Patent Pendig ins Comet, die vielleicht vor 3 Dutzend Zuschauern spielten. Doch wer braucht schon Masse wenn er Klasse hat, denn die vielleicht 50 Anwesenden entpuppten sich als echte Die-Hard Fans und machten Lärm und Party wie 300 und die urigen Dudes mussten gefühlt 20 Zugaben spielen bis sie gnädig entlassen wurden. Vom Sound spielen die New Yorker aber eher den cleanen West-Coast Punk Style, wie es früher hunderte Bands gab und haben auch nicht das Punkrock-Rad neu erfunden, aber live haben „Patent Pendig“ gute Nehmerqualitäten, spielen nicht 20 mal hintereinander den gleichen Song und wissen mit einer juten Bühnenshow zu unterhalten.
Nach dem nostalgischen Ausflug in die verschwendete Jugend wurde schließlich noch bei einem Club-Opening in SchwabenbergPrenzlauer Berg vorbeigeschaut, was schon etwas erstaunlich war, weil man ja aus dem „Szene“ Bezirk nur noch von Wecken-Thierse, Macchiato-Müttern und Kehrwochen-Psycho-Nachbarn hört, denn von neuen Clubs. Bei meinem Eintreffen wurde zwar vor meinen Augen die Open-Bar geschlossen (Sauerei!), dafür gab es noch einen launigen Musikmix aus Balkan-Beat, was meine Eltern in den Swinging Sixties gehört haben und Stereo Total. Die Prenzlauerberg-Langzeitstudenten-Hippies haben sich darüber gefreut und wild das Tanzbein geschwungen. Das „Horns & Hooves“ ist sicherlich mal ne gute Alternative, wenn man mal keinen Bock auf die Hedonisten-Hölle in Mitte oder 3 Tagewach-Bretterbudenrave hat und sich auch mal mit normalen Menschen unterhalten will.
Pirate Satellite Festival
Rocknroll never dies und so wurde am Montag noch beim top Secret-Gig von Alma vorbeigeguckt, der neuen Rock und Roll-Sensation aus Finnland. Nachdem die Gäste von dem HiFi-Streaming-Dienst "tidal" jut abgefüllt wurden, gab es ein schönes Punk-Style-Wohnzimmer-Konzi im Säälchen.
Pirate Satellite Festival
Eigentlich ist die Berlinale ja weder ein endloser Partymarathon noch ein redundanter Schaulauf der Eitelkeiten, sondern auch mal eine gute Gelegenheit ungewöhnliche Filme auf großer Leinwand zu sehen. So war am Samstagabend erst einmal Kino angesagt und es wurde bei der Weltpremiere der Ufo-Nazi-Trash-Komödie Iron Sky nach dem Rechten geguckt. Nachdem die Ufo-Nazis über den roten Teppich marschiert waren wurde scharf zurückgeschossen und es gab eine launige Mischung aus einem Tarantino- und einem Monty Python Streifen auf die Glubscher, wo die Handlung zwar etwas konstruiert wirkte und einige Logik-Fehler aufwies, trotzdem aber ganz großes Kino geboten wurde: Nazis haben nach der Niederlage im 2. Weltkrieg einen neuen Führer-Staat auf dem Mond errichtet und führen einen UFO-Blitzkrieg gegen die Erde, der in einem furiosen Weltraumschlacht-Showdown endet. Dabei wird so genial mit Nazi-Klischees sowie einer Parodie auf die Tea-Party-Ikone Sarah Palin rumgeschmissen, dass die Lachmuskeln mehr oder weniger im Zehntel-Sekunden-Takt strapaziert werden. Genie hinter dem Ganzen ist der verrückte finnische Regisseur Timo Vuorensola, der den Science-Fiction-Streifen komplett über Crowdfunding im Internet finanziert hat. So hat der Film auch bereits über 100.000 Fans auf Facebook und der Trailer auf youtube wurde bereits über 4.5 Millionen Mal geflimmert und ich denke...
Pirate Satellite Festival
Statt schnarch Brot und Spiele-Champions League und Befriedigung der niederen Instinkte (wie sonst immer =D) wurde am Wochenende lieber mal wieder gegen den Zeitgeist-Strom geschwommen. So gab es anstelle von sinnlosen rumgebolze-gucken lieber ein wenig Hochkultur auf die intellektuelle Mütze: Im Kühlhaus am Gleisdreieck feierte das Theaterstück „Inanna in den Katakomben“ Premiere und ließ mich zwar am Ende ratlos und verwirrt zurück, aber einfache Antworten helfen ja auch nicht immer weiter. Toll und sehenswert war aber die installationsartige Inszenierung, die wie eine Art-Performance wirkte und mit schnellen Schnitten wurde getanzt, es gab einen Punk-Gig und laufend wurden bedeutungsschwangere Sätze gesagt oder sich im Staub der Bühne gesuhlt und ein kafkaeskes „Alice im Wunderland“-artiges Szenenbild jagte das nächste.
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