Premiere Fassbinder
fp | 29.04.2015   
Premiere Fassbinder, Hanna Schygulla, Margit Carstensen, Irm Hermann, Volksbühne, Berlin, Foto, wagg.de
Kurz vor Winterschluss war am Montag noch einmal Kinotag und es wurde bei der Premiere von „Fassbinder“ vorbeigeschaut, einer Doku über selbigen Regisseur und Schauspieler, die in der Volksbühne Premiere feierte. Anlass der Dokumentation und den momentanen Hype um den 1982 verstorbenen Filmemacher ist wohl dessen anstehender siebzigster Geburtstag und aus diesem Grund wird es ab den fünften Mai auch eine große Ausstellung im Martin-Gropius-Bau geben. Nachdem Fassbinders alte „Clan“-Musen Hanna Schygulla, Margit Carstensen und Irm Hermann über den red Carpet flaniert waren, wurde der Streifen von Regisseurin Annekatrin Hendel auch schon freigegeben und auf der Leinwand kamen dann viele ehemalige Weggefährten zu Wort, es gab Szenen aus den wichtigsten Filmen und alte Interviews mit Fassbinder himself anzuschauen.

Alles nicht uninteressant, aber wer schon mal zwei oder drei Fassbinder Filme gesehen oder ein paar Zeilen über den Ausnahme-Filmemacher gelesen hat, dem wird in dem Streifen nicht viel Neues oder Unbekanntes geboten. Thematisiert werden die menschlichen Abgründe, Exzesse, frühe Tot und kulturelle Bedeutung des Künstlers, der ja im Grunde der Regisseur der Generation RAF und enfant terrible des deutschen Films war – entweder gehasst und total abgelehnt oder geliebt und als Genie gefeiert – so wie es sein muss - wer braucht schon Mittelmäßigkeit und Durchschnitt.




Premiere Fassbinder, Hanna Schygulla, Margit Carstensen, Irm Hermann, Volksbühne, Berlin, Foto, wagg.de
Premiere Fassbinder, Hanna Schygulla, Margit Carstensen, Irm Hermann, Volksbühne, Berlin, Foto, wagg.de
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Von seinen unzähligen Filmen kenne ich ja blasphemisch lediglich Die Ehe der Maria Braun, Deutschland im Herbst und Angst essen Seele auf , aber wo man fast alle Streifen auf youtube findet, werde ich demnächst ultra-cineastisch mal die restliche Filmographie durchflimmern.

Distanziert betrachtet muss man bei Fassbinder das visionäre und avantgardistische wohl im Kontext der Zeit sehen, als in Deutschland überwiegend Heimatfilme, Winnetou und seichte Liebeskomödien gedreht wurden und er den dokumentarischen und realistischen Ansatz des Nouvelle Vague auf den deutschen Film übertrug und für damalige Verhältnisse mit provokanten und kontroversen Themen, wie nationaldefaitismus, Nazi-Geschichtskittung, RAF oder promiskuitiven Lebensweisen verband. Provokationen und Tabubrüche, die heute längst im Mainstream angekommen sind und in jedem Provinztheater 3 Mal wöchentlich zum Gähnen animieren.

Die Doku wird am 27. Mai um 22:10 in der ARD ausgestrahlt und läuft ab morgen sogar in ein paar Arthaus Kinos – ich würde mir aber einfach mal ein paar original Streifen vom alten Fassbinder angucken, hat man wohl mehr von. Zielgruppe der Doku ist laut Annekatrin Hendel auch eher die jüngere Generation in Deutschland, bei welcher der Regisseur immer mehr in Vergessenheit gerät, was ich an dieser Stelle auch bestätigen kann: Vor ein paar Jahren hab ich mal was für mein kulturelles Erbe getan und mir Die Ehe der Maria Braun angeschaut (toller Streifen übrigens!) und saß im ausverkauften Kino fast (;)) alleine, neben zahlreichen Amerikanern, Italienern und Spaniern…
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Kategorie: Film

Premiere Fassbinder, Hanna Schygulla, Margit Carstensen, Irm Hermann, Volksbühne, Berlin, Foto, wagg.de
Das Alter ist bekanntlich unheilbar und so hat Dieter Hallervorden schon wieder einen neuen Kinofilm gedreht. Ostfriesisch für Anfänger nennt sich das gute Stück Zelluloid und ist ein Statement zur „Willkommenskultur“ respektive „Migrationskrise“ des Kult-Stars. In dem Streifen treffen Asylsuchende auf Ostfriesen, was natürlich für ordentlich Culture-Clash und Konflikten an der Waterkant sorgt. Zum Glück ist das polarisierende Thema recht gut umgesetzt, es wird nicht zu krass schwarz-weiss gemalt und die Komödie ist auch nicht zu klamaukig inszeniert und abgesehen von dem Integrationsthema ist „Ostfriesisch für Anfänger““ auch eine lustige Ostfriesen Dorfposse.
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2 Wochen vor Beginn der Fashion-Week wurden gestern die Absolventen der schicken Esmod-Modeschule ins Leben entlassen und präsentierten vor Publikum ihre Abschlusskollektionen. Die 1841 in Frankreich unter dem Namen l Ecole Supérieure des Arts et techniques de la Mode geründete Kunsthochschule ist in der Modewelt ja recht renommiert und so ließ es sich sogar der französischer Botschafter in Deutschland Seine Exzellenz Maurice Gourdault-Montagne nicht entgehen die Studenten persönlich zu entlassen.
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Über die zahlreichen Frühaufsteher konnte man sich gestern schon ein wenig wundern, denn bereits um 11 Uhr morgens zur Show von Lena Hoschek war das HausFashion-Week Zelt voll. Und dabei war die Modenschau der österreichischen Retro-Designerin bereits die zweite am Brandenburger Tor. Es hat sich aber definitiv gelohnt am Vorabend nicht irgendwo versackt zu sein, denn neben der gewohnt tollen Show war auch das Treiben des ganzen Fashion-Zirkus lustig anzuschauen. Natürlich war sehen und gesehen werden bis zum Abwinken angesagt, es wurden nackte und selbstbeschriftete Babybäuche in die Kamera gehalten (Grammatik üben wir aber noch mal ;) und Harald Glööckler, Deutschlands extrovertiertester Modedesigner, sorgte sogar für etwas internationalen Glam. Auch in 2012 ist sich Lena Hoschek ihren Stil treu geblieben und so wurden die geladenen Gäste wieder auf eine kleine Zeitreise entführt. Zu den Klängen bekannter Chansons gab es auf dem Catwalk feminine Kreationen zu sehen, die durch die 40er- und 50-Jahre inspiriert wurden. Lena Hoschek hat sich bei ihren Entwürfen aber nicht immer streng an das Zeit-Korsett gehalten, sondern kombinierte ihre Entwürfe auch mal nicht zeitgemäß mit schweren Dr. Martens Boots. Nach der Show applaudierte das Publikum ekstatisch und obwohl die aktuelle Kollektion nicht ganz an die umjubelte Sommerkollektion 2011 ran reichte, die man übrigens noch hier sehen kann http://www.wagg.de/blog.php?id=264&action=detail&action1=neu zeigte sich - wie gesagt - der echte Lena-Fan begeistert. Heute Abend gibt es in der Volksbühne übrigens auch noch eine Aftershow-Party…
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Bei dem Jahrhundert-Sommer dieses Jahr gibt es heute natürlich noch einen kühlen Festival-Tip, schließlich ist es an der Zeit sich auf der Isomatte die Bandscheiben zu ruinieren, lauwarmes Hansa Pilz zu schlürfen und "Helga ist tot" zu schreien: Hoch im Norden bei „Pütnitz an der See“ gastiert immer das kleine aber feine Pangea Festival, dass mich letztes Jahr, obwohl ich eigentlich total der Festival-Muffel bin, ziemlich faszinieren konnte. Einmal ist es kein 6666666666 Besucher-Flashmob Festival, sondern mit 5000 Besuchern recht gechillt und auf der anderen Seite konnte mich das engagierte Booking ziemlich begeistern, dass im Gegensatz zu den meisten anderen Festivals (hallo Lollapalooza =D), auch ohne die übliche Konsens-Mukke mit immer den gleichen Big-Names, Akzente setzen konnte und schließlich feiern die Ohren ja auch mit. Dieses Jahr freue ich mich besonders auf „Moop Mama“, wo das Album vom letzten Jahr bestimmt 2 Monate bei mir zuhause durchlief , ach ja und ich hab gehört, es gibt wohl auch noch ein paar letzte Restkarten abzustauben, also lieber heute zugreifen, als morgen zu spät das Leben bestrafen. Be there or be square und wir sehen uns beim Pangea im Mosh-Pit oder in der Halfpipe...
Premiere Fassbinder, Hanna Schygulla, Margit Carstensen, Irm Hermann, Volksbühne, Berlin, Foto, wagg.de
Gestern war mal wieder Zeit für Liebe, Wahnsinn, Tod und es ging mit Mama ins gute alte Schlossparktheater zur Uraufführung von Honig im Kopf. Richtig gelesen, Till Schweigers Kino-Hit gibt es jetzt auch als Theaterstück und auf den Brettern die die Welt bedeuten gab es dann eine recht ambivalente Inszenierung des Alzheimer-Dramas zu bestaunen: Super zu gefallen wusste der leichtfüßige Umgang mit dem ernsten Thema Demenz, wo die Mischung aus Komik und Drama schön ausbalanciert war, so dass einen das Lachen streckenweise im Hals steckenblieb. Ebenso die berührenden Schauspielleistungen von Achim Wolff und Nastassja Revvo, sowie die minimalistische Umsetzung der Boulevard-Inszenierung, das ganze Bühnenbild bestand aus einem Schrank und zwei Stühlen.
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