Premiere Eden-Lost in Music
fp | 31.03.2015   
Premiere Eden-Lost in Music
Montag war dann mal wieder Kinotag und so ging es entspannt zur Berlin-Premiere von Eden-Lost in Music, einen Film über die Pariser House Szene in den Neunzigern und frühen Nuller Jahren. Inhaltlich geht es um die Höhen und Tiefen (Achtung Wortspiel =D) des wilden DJ Lebens und der Streifen ist nicht nur interessant, sondern auch recht authentisch und schaut dokumentarisch hinter die Kulissen des angeblich so glamourösen Discjockey-Lifestyles, ohne dabei aber so tendenziös wie etwa Berlin Calling zu werden. So ist „Eden“ auch ein eher ruhigerer Film ohne hollywoodeske Dramamomente und Showdowns geworden, trotzdem schafft es Regisseurin Mia Hansen-Løve trotz Überlänge (131 Minuten) und obwohl eigentlich immer das Gleiche passiert (feiern, auflegen koksen, neue Freundin, Trennung, Depression, feiern, auflegen, koksen, neue Freundin, Trennung, Depression…) einen packenden Film und ein schönes Generationen-Portrait zu schustern, das irgendwie nie langweilig wird und gerade durch seine unspektakulären Alltags-Momente besticht. Besonders sehenswert ist der Part in den frühen Neunzigern, als elektronische Tanzmusik in Paris noch ein avantgardistischer Sound und kreative DIY-Subkultur war und der sell out und Mainstream noch fern und die Roboter von Daft Punk im Radio noch nicht tot gedudelt wurden und natürlich der ewige Konflikt vom älter werden und Abschied von der unbeschwerten Jugend nehmen.

Es geht aber nicht nur um das zerplatzen idealistischer Adoleszenz-Träume, sondern „Eden“ ist natürlich auch ein Musikfilm mit einem größtenteils kuulen Soundtrack (solange man 90er Disko-House mag) und kein Daft Punk - the Movie Streifen, wie es der Trailer vielleicht suggerieren mag. An dieser Stelle großen Respekt an die Regisseurin für ein tolles und sehenswertes Independent-Movie und dem denkmalsetzen der Rave-Kultur, die aber zum Glück noch nicht im Museum verstaubt, sondern nach wie vor jedes Wochenende putz munter weiterfeiert, zumindest in Berlin, Gentrifizierung und Münchenisierung zum Trotz. Kinostart ist am 30. April und zum Trailer flimmern geht’s wie immer weltexklusiv hier




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Kategorie: Film, Musik

Premiere Eden-Lost in Music
Die Macher des „Event-Portal der Hauptstadt“ – Am Ende des Tages (AEDT) machten gestern mal nicht irgendeine Filmpremiere, Modenschau oder sonstige Promiparty in Berlin unsicher, sondern drehten den Spieß einfach mal um und luden selbst zu ihrer jährlichen Geburtstagssause. Dies ließen sich viele in das Berliner Nacht-, Kultur- und/oder Gesellschaftsleben involvierte Menschen natürlich nicht zweimal sagen, denn irgendwann ist ja auch mal gut mit dem RegenSommerloch und so wurde exzessiv die Open-Bar leergetrunken, so als gäbe es kein Morgen danach. Gegen 11 stand Schauspieler Tino Mewes mit seiner Band Lado Youngler auf der Bühne und ich muss zugeben, dass ich zum Anfang doch ziemlich skeptisch war, denn Schauspieler die Mukke machen gehen ja meistens gar. Doch nach dem Gig musste ich meine Vorurteile komplett revidieren, denn es rockte – ich würde mal spontan sagen – jut irgendwo zwischen den Red Hot Chilli Peppers und Franz Ferdinand. Mehr Impressionen von der Party gibt es natürlich auch direkt bei AEDT unter http://www.am-ende-des-tages.de/photos/110809-AEDT-sommerparty-ressort/ zu sehen…
Premiere Eden-Lost in Music
Seit gestern findet ja das Electrified! Festival von VW im Flughafen Tempelhof statt, wo sich die Woche über Acts wie Parov Stelar, The Bloody Beetroots, Booka Shade, Moonbootica, Solomun, Turntablerocker oder Fritz Kalkbrenner die Klinke in die Hand geben werden. Hintergrund des krassen Line-Ups stilvoller elektronischer Musik ist die Promotion eines neuen Electro Autos von Volkswagen. Bereits einen Tag vor dem offiziellen Beginn des Festivals lud der Wolfsburger Automobilkonzern die üblichen Berliner Verdächtigen zum Stelldichein in den ehemaligen Flugplatz und nach einer latent zähen Eröffnungslaudatio wurde schlussendlich das Buffet und die Bars freigegeben und dann bis in die frühen Morgenstunden schon mal der Dancefloor vorgetestet.
Premiere Eden-Lost in Music
Obwohl ja nix mehr los ist in Gentrifizierer-Mitte, gab es zumindest am Freitag mal keinen Grund für Lethargie und Langweile, denn Maybelline New York feierte im Kraftwerk seinen hundertsten B-Day. Ich mag zwar eigentlich keine angepinselten Gesichter, sondern ja eher natürliche Blässe und selbstverständlich nur innere Schönheit und so, aber zum dreistelligen Ehrentag des Make-Up Konzerns konnte man schon mal dezent guten Tag sagen und nur das aller Beste wünschen. Vor Ort gab es dann eine lustige Mischung aus Fashion-Zirkus und GNTM Girls, eigentlich so, wie bei der Fashion-Week im Zelt immer und nach den Sonntagsreden der CEOs wurde es dann gar nicht mal so schlecht, denn mit Kelly Rowland von Destinys Child gab es einen tollen Gig mit viel Melismatik und Seele anzuschauen.
Premiere Eden-Lost in Music
Falls der Russe mal wieder in die Hautstadt einmarschieren sollte, Charlottenburg oder mittlerweile auch liebevoll Charlottengrad genannt, bräuchte der Iwan wohl gar nicht mehr erobern, so oder so ähnlich fühlte sich auch die gestrige Modenschau von Marcell von Berlin an: Ein alter Luftschutzbunker in der Uhlandstrasse 30 war mehr oder weniger fest in russischer Hand und Gucci, Prada, Gazprom Atmosphäre war angesagt und durch die Oligarchen-Kehlen floss der Vodka und der Kaviar in Strömen so lang wie die Wolga und es gab sogar eine hammer Modenschau anzuschauen. Abseits von kopflastiger „Berliner Sachlichkeit“ dominierten auf dem Laufsteg opulente und teilweise atemberaubende Gala-Roben, wie geschaffen für eine rauschende Ballnacht im Winterpalais oder einer dekadenten Champagner-Party auf einer Oligarchen-Yacht in Saint-Tropez.
Premiere Eden-Lost in Music
Die Fotos von Oliver Raths Blog sind ja vor kurzem ganz klassisch in Buchform erschienen und direkt auf Platz eins der Amazon Bestsellerliste geschossen, so dass es wohl an der Zeit war mit den ganzen Protagonisten mal einen druff zu machen. Wie der Buchtitel schon suggeriert war dann bei der Book-Fete eine jute Mischung aus Mitte-Titte-Crowd, exhibitionistischen Selbstdarsteller/innen und good old CharlottengradCharlottenburg am Start, die Laudatio vom ewig kuulen Olli Schulz war mal nicht kreislaufzusammenbrechend wie sonst immer bei solchen Events und es war wohl mal lustiger wie auf der gesamten Schnarch-WeekArt-Week zusammen - halt kultige Freakshow statt boring verkopfte und pseudo-provokante Konzeptkunst. Bei dem Bestseller Launch hingen dann auch nicht nur die Foto-Arbeiten vom Oliver Rath an den Wänden, sondern der Terry Richardson von der Spree tritt nun sogar in die Fussstapfen vom Heinrich Zille und so gab es einige gepinselte Portrait-Stillleben von etwa Harald Juhnke oder Marlene Dietrich zu bewundern. Musikalisch untermalt wurde die Vernissage-Sause vom urigen Henry de Winter, der auch jut Stimmung beziehungsweise Swing in die Bude brachte und zudem knorke, dass es zum unterstützenswerten World Vegetarian Day mal ausschließlich Trüffeln zu futtern gab.
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