Premiere Tod den Hippies - es lebe der Punk
fp | 25.03.2015   
Premiere Tod den Hippies - es lebe der Punk, Tom Schilling, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Emilia Schüle, Frederick Lau, Oskar Roehler, Esther Perbandt, Veruschka Gräfin von Lehndorff, Nikolai Kinski, Sonja Gerhardt, Berlin, Foto, wagg.de
Gestern Abend waren ja, total Panne, wieder drei Filmpremieren parallel in Berlin und da kam schon die Frage auf, ob so viel Kulturauftrag und subventioniertes Staatskino wirklich sein muss, wo laut Statistik etwa 70 Prozent der deutschen Filme nicht einmal 10.000 Zuschauer ins Kino locken.

Viele sind dabei so unterirdisch, dass mit 100%iger Sicherheit niemand sie freiwillig downloaden würde, was ja auch eine interessante Strategie gegen Piraterie sein kann =D, aber das ist sicherlich ein anderes Thema.

Am interessantesten hörte sich natürlich der neue Oskar Roehler Streifen an, zumal mir sein letzter Film, Quellen des Lebens recht gut gefallen hatte und wer braucht schon den dauergrinsenden Matthias Schweig(er)höfer auf großer Leinwand, außer meiner Oma vielleicht.

Das neue Werk vom Oskar titelt sich Tod den Hippies - es lebe der Punk und ist eine Hommage an das alte West-Berlin in den frühen 80ern, respektive zu der Zeit, wo der gute alte Rainer Maria Fassbinder noch unter den Lebenden weilte und mit einem Gastauftritt auch zu bewundern ist. Damals war der Westteil der Hauptstadt ja noch von den Stasi-Schergen eingemauert, aber wie heutzutage auch schon ein Sehnsuchtsort der Westdeutschen Jugend, nur kam man damals ohne Mitte-Schützenvereine, wie das Soho oder so unerträgliche München-Snob-Läden wie das Borchardt aus. Zu der Zeit war Berlin hässlich, broke und ohne Hoffnung, aber man war der Schrankwand-Spiesserhölle und der Bundeswehr entronnen und konnte sich selbst finden oder halt ohne Stress versumpfen.



Premiere Tod den Hippies - es lebe der Punk, Tom Schilling, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Emilia Schüle, Frederick Lau, Oskar Roehler, Esther Perbandt, Veruschka Gräfin von Lehndorff, Nikolai Kinski, Sonja Gerhardt, Berlin, Foto, wagg.de
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Premiere Tod den Hippies - es lebe der Punk, Tom Schilling, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Emilia Schüle, Frederick Lau, Oskar Roehler, Esther Perbandt, Veruschka Gräfin von Lehndorff, Nikolai Kinski, Sonja Gerhardt, Berlin, Foto, wagg.de
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In Oskar Roehlers Streifen geht es dann auch weniger um Punk als Subkultur, so wie etwa bei „Dorfpunks“ oder „Oi! Warning“, sondern eher um das damalige Lebensgefühl und die Avantgarde-Szene um die Einstürzenden Neubauten und Nick Cave, die ja meiner Meinung auch eher intellektuelle Bohemians, die dem damaligen Zeitgeist entsprechende Musik machten, denn Punks waren.

Leider ist der Film thematisch etwas überladen geworden, von dressurelitären Hippies, schwulen Nazis (solche Fetisch-Masochisten, die sich am liebsten selber vergasen würden gibt’s übrigens wirklich), Punks, RAF, Christiane F. Heroin-Schick, Peep Show-Porno, Rainer Maria Fassbinder bis Michelle Houellebecq / je suis charlie - Zitaten wird alles querbeet in einen Topf geschmissen und ordentlich zu einem Brei vermengt, inklusive des Oskar Roehler-Mutterkomplexes, der sich ja durch ziemlich alle Filme des Regisseurs zieht. Ein zweiter Minuspunkt ist der lahme Soundtrack des Streifens und Iggy Pop als Hintergrundgedudel bei einem Berlin-Film mit dem Titel „es lebe der Punk“ zeugt einfach nur von einfachen Musikgeschmack, zumal es damals in der Mauerstadt so viele kuule Bands gab.

Aber genug Minuspunkte und gedisse, „Tod den Hippies - es lebe der Punk“ ist definitiv eine bessere deutsche Produktion geworden, der Film hat ein interessantes und Debatten anregendes Thema und ist mal Abseits der Zelluloid-Verschwendung, wie sonst immer in Schland üblichen, gefallen haben mir vor allem die schön authentisch-fertig aufspielenden Darsteller (u.a. Tom Schilling, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Emilia Schüle, Frederick Lau), die nostalgische 80er Requisite und die arty Unterteilung der Außenwelt in schwarz-weiss (hallo „Himmel über Berlin“ ööhh „Sin City“ =D) und der Innenwelten in Color, metapheresk in gelb oder rot gehalten (mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden). Zum Trailer flimmern geht es weltexlusiv wie immer hier



und die launige West-Berlin-Punk-History läuft ab morgen (26.03.) im Lichtspielhaus deines Vertrauens…
hier gehts zur Fotogalerie


Kategorie: Film, Musik

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Die besten Filme laufen nicht immer im Kopfkino ab und so ging es gestern ganz glam zur Uraufführung der dunklen Seite des Mondes. Das war eine super Entscheidung, denn die Bestsellerverfilmung ist ein interessantes Lehrstück über unsere Zivilisation geworden, die ja bekanntlich nur an einen seidenen Faden hängt und wo sich die Barbarei jederzeit ihre Bahn brechen kann. Erzählt wird der Absturz eines Erfolgsmenschen, der nach einem bewusstseinserweiternden Drogentrip zu einem wahnsinnigen Killer mutiert.
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Es ist noch nicht mal Weihnachten und daher erst in circa 8 Wochen Berlinale, trotzdem fühlte man sich bereits letzte Woche wie auf dem Berliner Film-Festival, denn nach der Medienboard Sause und der Hotel Desire Premiere fand mit der The Big Eden Premiere das dritte Film-Event innerhalb von nur 3 Tagen statt. Die Dokumentation The Big Eden von Star-Doku-Filmer Peter Dörfler (u.a. Achterbahn) gab dann auch einen gar nicht mal so uninteressanten Einblick in das bewegte Leben von Deutschlands „letzten Playboy“ und West-Berlin-Original Rolf Eden. Und natürlich polarisiert Rolf Eden schön politisch unkorrekt am laufenden Band, etwa wenn er sich in seiner Doku völlig ungeniert als Bordellgänger outet, oder wenn ihm Sprüche wie „...Wenn man Geld hat, hat man Frauen. Geld ist sexy…“ über die Lippen gehen. Da kocht dann natürlich das rot-grüne-Gender-Establishment und so wurde Deutschlands „letzter Playboy“ vom Tip-Magazin auch promt zum „peinlichsten Berliner“ 2010 gewählt. Neben Rolf Edens provokanten Thesen zum Feminismus und Materialismus werden in der Doku aber auch unerwartete Seiten des 81 jährigen Berliners beleuchtet, etwa dass er für Israels Unabhängigkeit neben Jitzhak Rabin mit der Waffe in der Hand kämpfte, oder als er Anfang der Fünfziger nach Berlin zurückkehrte, er wohl der einzige Jude gewesen war, „der sich nicht als Opfer fühlte“. Und recht ausführlich wird dann natürlich auch auf seine legendäre Zeit als König des West-Berliner Nachtlebens eingegangen, wo er mit seinen 5 Clubs das Nachtleben dominierte und mit Tischtelefonen, Misswahlen, Planschbeckentänzen und Nackt-Diskjockeys revolutionierte. The Big Eden läuft ab dem 8. Dezember im Kino und ist abgesehen von der Selbstdarstellung Rolf Edens als Partylöwe und Frauenverschleißer sicherlich auch für den historisch Interessierten Kinogänger interessant.
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Montag ist nicht immer Schontag, zumindest gestern Abend, da war der erste Tag der Woche nämlich eher so was wie ein glam-day, denn niemand geringeres als Haute Couture–Legende Jean Paul Gaultier schaute mal eben in der Hautstadt vorbei und stellte die Dokumentation „Jean Paul Gaultier arbeitet“ in recht intimen Kreis im Neukölner Schwuz vor. In der Doku dreht sich natürlich alles um den französischen Mode-Maestro himself, der seine spektakulärsten Mode-Kreationen in der Doku erklärt. Die größten Erfolge des Designers sind zwar schon seit circa 20 Jahren passé, aber in den 70ern bis in die späten 90er war Jean Paul Gaultier sicherlich einer der prägendsten Modeschöpfer seiner Zeit. Vor dem Screening war ich doch etwas skeptisch, da ich ehrlich gesagt noch nie eine halbwegs interessante Fashion-Doku gesehen hatte, ohne mehr oder weniger nach 10 Minuten einzunicken, was aber auch meinem niedrigen Bluthochdruck geschuldet sein kann.
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Gestern Abend war es mal wieder Zeit für etwas Psychoterror und Jumpscare-Action und so ging es noch in die Kulturbrauerei zur Premiere von „Ghostland“. Auf den Spukhaus-Streifen war ich dann ziemlich gespannt, führte niemand geringeres als Pascal Laugier, der ja seinerzeit mit „Martyrs“ wohl einer der genial-krankesten Horror-Movies aller Zeiten gedreht hatte, Regie.
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Schwer zu sagen ob die Lena Hoschek Sause die beste Party der Fashion-Week war, aber mit 100 prozentiger Sicherheit war es die kuulste. Häppchen wurden von burlesquen Models gereicht, so dass man beim knipsen direkt in Oliver Raths Fußstapfen treten konnte ;), zahlreiche Gäste in Lena Hoschek look-alike Outfits sorgten für eine lustige 50er Kulisse und die Rockabilly-Punk Rampensäue Kamikaze Queens rockten mit ihrer genialen Live Show das Haus. Einen guten Eindruck der Kamikaze Queens kann man hier
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