Premiere Von jetzt an kein zurück
fp | 12.03.2015   
Premiere, Von jetzt an kein zurück, Victoria Schulz, Anton Spieker, Ben Becker, Berlin, Foto, wagg.de
Nachdem am Samstag alle beim Kegeln abgezogen, sowie in Grund und Boden geraved wurden, musste der Dude erstmal die Akkus wieder neu aufladen und sich entspannen und auch mal ein paar Umtrünke in Gesellschaft schwänzen. Am Mittwoch gab es dann aber kein Zurück mehr und es wurde bei der Uraufführung des Low-Budget Streifens Von jetzt an kein zurück vorbeigekiekt und entspannt den Film gesneaked. „Von jetzt an kein zurück“ ist erstmal ein tolles Beispiel, dass man auch mit geringen finanziellen Mitteln und wenigen Drehtagen, aber mit einer bewegenden und interessanten Story, einem filmpreisverdächtig-guten Kameramann und souverän aufspielenden Schauspielern (u.a. Victoria Schulz, Anton Spieker, Ben Becker), einen sehr gelungen Film hinbekommen kann: Wie in einer Zeitmaschine wird der Zuschauer in das graue Wirtschaftswunder-Deutschland gebeamt, einen heutzutage kaum noch vorstellbaren, kafkaesken Obrigkeits- und Untertanenstaat, wo am laufenden Band Jungfräulichkeitstests durchgeführt wurden und man(n) für das tragen langer Haare, das Hören von Beat-Musik oder wegen der ersten Liebe in KZ-ähnlichen Erziehungslagern der katholischen Kirche landete und gebrochen wurde, die Ehefrauen nicht arbeiten durften, sondern ein trostloses Hausfrauen-Dasein fristen mussten und die Väter ihre grausamen Kriegserlebnisse im Alkohol ertränkten.



Premiere, Von jetzt an kein zurück, Victoria Schulz, Anton Spieker, Ben Becker, Berlin, Foto, wagg.de
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Thematisiert wird in dem Film der Konflikt der Generation Holocaust (diabolisch gut dabei „Böser Onkel“ Ben Becker =D) mit der späteren Generation 68 und Regisseur Christian Frosch macht wirklich keine Gefangenen, noch verklärt er die Verhältnisse irgendwie nostalgisch, sein Drama ist vielmehr eine Anklage, Abrechnung oder gar Kriegserklärung an das gesellschaftliche System der damaligen Zeit, wo dann auch der einzige Manko seines Streifens liegt, der klischeehaften und stereotypen Überzeichnung von jung gleich Gut und alt gleich Böse, die an Filmaufnahmen der chinesischen Kulturrevolution erinnern, oder vielleicht hab ich einfach nur die Metaphern wieder nicht richtig interpretiert =D. Durch den moralisierenden Anstrich und die stylische Schwarz-Weiß Ästhetik musste ich dann auch ständig an einen Fassbinder- oder Nouvelle Vague Streifen denken und bei der ersten halben RocknRoll-Stunde und wegen den im Film vorkommenden Vespa-Scootern natürlich an den guten alten Quadrophenia, was ja eigentlich keine schlechte Mischung ist. Zum Trailer flimmern gehts weltexklusiv hier



und wie bereits erwähnt, wegen der tollen Kamera, den Geschichtsunterricht unbedingt im Arthaus Kino deines Vertrauens, auf großer Leinwand angucken…
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Kategorie: Film

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Drei Wettertaft, die Frisur hält: Beim diesjährigen Zita Rock krachten nicht nur die harten Gitarrenriffs sondern auch Donner und starke Regengüsse vom Himmel. Trotz des schlechten Wetters ließen sich die Rund 7000 Fans der alternativen Szene die Stimmung nicht verderben und fieberten ihren Bands entgegen. An zwei Tagen gab es Auftritte von Bands wie Zeraphine, Eisbrecher, Schandmaul und Samsas Traum, bei dem der ein oder andere blaue Flecken und blutige Nase mit als Andenken nach Hause genommen hat. Die Kult-Band BlutEngel überzeugte mit einer heißen-gozhic-erotic Bühnenshow, während die finnische Band Apocalyptica als Headliner des Festivals die Menge zum Jubeln brachte. Zum Aufwärmen gabs wie immer den heißgeliebten Honigwein, oder auch vegane Speisen, um auch ja keinen Schwächeanfall aufzuzeigen. Gothic-Groupis konnten sich Autogramme ihrer Lieblinge unterschreiben lassen und wer sich kulturell bereichern wollte, konnte sich putzige Fledermäuse in den Katakomben der Zitadelle ansehen.
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Der Party-Marathon während der Berlinale geht weiter: Beim traditionellen Berlinale Empfang der Film-Finanzierer vom Medienboard Berlin-Brandenburg konnte wieder bis zum Abwinken genetztwerkt werden, denn bei leckeren Essen und schnellgemixten Cocktails fand sich das Who der Film-Branche ein. Nachdem alle Gäste kulinarisch versorgt waren, gab es noch live Kunst des Pop-Art Künstlers Renald Zapata zu bestaunen, der mal eben Schauspieler Axel Prahl portraitierte...
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Der Lack bei der Fashion Week ist ja schon länger ab, jedes Mal die gleichen Labels, immer mehr „Berlin Tag und Nacht“ Publikum bei den Schauen und seit alle großen Modemarken der Hauptstadt den Rücken gekehrt haben, gibt es auch kaum noch gute glam-Partys. Seit einiger Zeit gibt es noch die Berlin Alternative Fashion Week, die Alternative zum Alkoholismus ist schließlich auch die Trunksucht. Bei der BAFW setzt der schrille Design-Nachwuchs die Akzente und die Leidenschaft und Liebe für Fashion soll bei der alternativen Modewoche wieder mehr im Fokus stehen.
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Wie jedes Jahr gibt es beim Umzug des Berliner Karneval der Kulturen immer eine gute Mischung aus Ballermann-Party, Love-Parade 1993-Feeling und Karneval in Rio zu erleben. Wie immer zu spät ;) wurden zwar wieder nur die Letzten paar Wagen mitgenommen, was aber den Spass keinen Abbruch tat, da diese eh meistens die mit der meisten Party sind. Ebenfalls auch lustig beim Karneval, dass man dort immer 1000 Leute aus der Schulzeit oder anderweitig 1000 Jahre nicht gesehen Menschen am laufenden Band trifft…
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Statt am Wochenende Flashmob-Style in Galerien abzuhängen und wie halb Berlin Flaterate affirmative Kunst zu gucken, gab es am Samstag lieber wieder etwas Front Row-Glam: Im Bikini zeigte der Schweizer Marc Stone seine neue Men-Sommerkollektion für das Jahr 2015 und wie schon bei der Fashion-Week gab es auf dem Laufsteg wieder recht lässige, tragbare und schön urbane Outfits auf dem Laufsteg zu begutachten. Super bei den Entwürfen des Autodidakten die Rehabilitierung der Baggy sowie der Sandalette (west coast rulez =D), so dass ich dieses Jahr mal nicht voll outside den anti-Trend darstelle und jetzt sogar – conformity, the easy way to be accepted – voll zeitgeistgerecht mit der Mode mitlaufe - yippie yeah & time 2 change style =D.
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