Premiere Top Girl oder la déformation professionnelle +++ Preview Ein Hells Angel unter Brüdern
fp | 15.01.2015   
Premiere Top Girl oder la déformation professionnelle, RP Kahl, Preview Ein Hells Angel unter Brüdern, Lutz Schellhorn, Wim Wenders
Nach einer längeren Kinopause war es im neuen Jahr auch mal wieder an der Zeit der Leidenschaft für bewegte Bilder zu frönen und so ging es am Sonntag schön intellektuell und natürlich feuilletonistisch in die stylische Volksbühne zur Uraufführung von Top Girl oder la déformation professionnelle. Als die Leinwand in dem „verrücktesten Theaters Deutschlands“ freigegeben wurde, war dann auch jut „Achtung Kultur“ angesagt und es gab einen tollen Arthaus-Streifen im guten alten Dogma-Style anzuschauen. Inhaltlich geht es bei „Top Girl“ um die Abgründe der käuflichen Liebe, erzählt wird der Alltag einer Prostituierten und deren Freiern. So mega inside bin ich ja bei dem Thema nicht, auf mich wirkt der Film aber relativ klischeefrei und ohne großartige Moralapostelei, wo Prostituierte stets als Opfer der Gesellschaft dargestellt werden, viel mehr wirken bei „Top Girl“ die Freier viel kaputter und kranker als die Mädels des Bezahl-Sex. Thematisch geht es dann auch mehr um die schwindende Lust und unsexiness, wenn Sex ohne Liebe und Romantik nur als Ware fungiert und erinnert natürlich latent an Lars von Triers "Nymphomaniac"-Filmorgie. Etwas gewöhnungsbedürftig bei dem Drama ist lediglich



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das extrem theaterhafte Schauspiel der Darsteller (u.a. Julia Hummer, RP Kahl), dass streckenweise wie von einer Theaterbühne abgefilmt wirkt, aber wenn man sich einmal auf den Film eingelassen hat, wird man mit vielen skurrilen und auch lustigen Szenen belohnt. Zum Trailer geht’s wie immer weltexklusiv hier



und ab den 15.01. kann man sich den Streifen über das älteste Gewerbe der Welt im Lichtspielhaus anschauen.
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Am Tag darauf stand dann ganz cineastisch wieder Kino auf dem Programm und es ging zur Preview von Ein Hells Angel unter Brüdern, einer Doku über die Hells Angels in Stuttgart. Das Publikum Vorort war dann auch jut Höhe mal Breite Türsteher-Style und man sah auch mal wieder Menschen mit Tattoos, die älter als 1-2 Jahre waren, rumlaufen. In der Dokumentation wird der Chef der Stuttgarter Höllenengel portraitiert, der im Gegensatz zur kolportierten öffentlichen Meinung gar nicht so ein böser bad Guy ist, sondern mehr der nette Hells Angel von nebenan und nichts mit Rotlichtmilieu und Waffen- und Drogengeschäften zu tun hat, sondern nur ein passionierter Motoradfahrer und Fotograf ist. Zwar wird mal versehentlich ein BKA-Beamter abgeknallt und wegen den ganzen Vorurteilen saß der Höllenengel auch schon mal 1 Jahr unschuldig im Knast oder darf nicht mehr in die USA einreisen, aber der Streifen räumt mit den Ressentiments der Gesellschaft ordentlich auf, was auf der einen Seite natürlich interessant und auf der anderen etwas langweilig wird, weil ein menschelndes Familien- und Gutmenschenleben selbstverständlich nicht so spannend und lustig wie Sex, Crime, Drugs und Freakshow sind.
Nach der Filmvorführung wurde dann noch richtig kontrovers mit den Film-Engeln diskutiert und bei Publikumsfragen wie, warum man als Frau eigentlich kein Hells Angels Mitglied werden kann (impliziert doch eigentlich schon der Sinngehalt von Mitglied =D) oder was Freiheit mit einer innerhalb der Subkultur extrem konformistischen Lebensweise zu tun hat, kamen die Höllenengel aber argumentativ ganz schön ins Schleudern. Trotzdem ist „Ein Hells Angel unter Brüdern“ eine recht aufschlussreiche und bessere Dokumentation geworden, den Trailer flimmern kann man hier



und läuft auch ab heute im Kino deines Vertrauens…
hier gehts zur Fotogalerie


Kategorie: Film

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Obwohl der absolute Mode Overkill ja erst wieder in circa 4 Wochen zur Berliner Fashion Week beginnt, wird wagg.de bereits diese Woche zum Fashion Blog ;) denn nach Esmod war die Schwarzer Reiter Fashion Show bereits die zweite Modenschau innerhalb von nur 2 Tagen. Zu sehen gab es eine gute Freakshow mit sadomasochistisch inspirierten Fetisch und Fantasy Entwürfen, die das Herz von ebenso sexuell orientierten Personen sicherlich höher schlagen lässt und mit denen ein Besuch im Kitkat oder Berghain bestimmt nichts mehr im Wege steht. Die Schwarzer Reiter Show fand im noch relativ neuen Asphalt Club statt, der ein wenig wie eine Mischung aus Weekend und Felix wirkt – wobei Mukke wie Weekend und russische Business Man reservieren Tisch und trinken Vodka Flasche(n) aus einem Sektkübel wie Felix gemeint ist…
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Wo die moralische Kunst bekanntlich nach dem Essen kommt, ging es letzte Wochen noch ganz arty zum Opening der Jandorf Kantine, die mit dem „Innovation & Creativity Festival“ im Kaufhaus Jandorf Eröffnung feierte. Um was es bei dem Festival im Detail geht, hat sich mir zwar nicht ganz erschlossen, aber die gereichten Food-Kreationen waren wirklich interessant und lecker und die Location ist definitiv eine der stylischsten in Berlin. Nicht umsonst wird auch die nächste Fashion Week dort stattfinden, wobei dann erst mal Schluss mit lustig und der Demokratisierung der Modewoche sein wird, denn für den ganzen Influencer-, Modeblogger- und Party-Crowd-Zirkus wird es im ehemaligen Kaufhaus am Weinbergspark wohl ziemlich eng, ich schätze mal, dass da weniger als ein Viertel wie im Zelt, reinpassen werden.
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Wirklich krass wie die Zeit vergeht und letzten Donnerstag war es dann soweit: 20 Jahre Atari Teenage Riot (1992-2012!). Die CyberpunkGabba-Punk Band um Alec Empire, die sich jetzt theoretisch auch in Atari Twen Riot umbenennen könnte, sind jedoch Null alt und langweilig geworden, sondern haben diverse Umbesetzungen, Auflösungen und den Tot eines Band-Members locker weggesteckt und spielten einen frischen Gig als wäre die Zeit stehengeblieben. Stimmungsmäßig war es wie früher bei den ganzen Punk/HC Konzerten wie Bad Religion oder Sick of it all und zu den ganzen alten Hits wie Start The Riot!, Riot 1995, Destroy 2000 Years Of Culture usw. war dann auch jut Pogo-Dancing angesagt und ständig kam irgendwelches Volk von irgendwoher angeflogen. Atari Teenage Riot sind ja einer der wenigen Berliner Bands die international viel Renommee erfahren haben und zum Beispiel mit den Beastie Boys, Slayer oder Rage Against the Machine getourt oder Mukke gemacht haben, aber in ihrer eigenen Heimatstadt kurioserweise nie wirklich Anerkennung gefunden haben, was wohl dem dogmatischen Berliner-Schubladendenken geschuldet ist, was entweder nur „handgemachte“ oder nur elektronische Mukke kennt.
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Nachdem die Team Wolf Dudes die 20 Mille für ihre Mofa-Tour nach Transylvanien abgesahnt hatten, geht am Dienstag der langersehnte Trip endlich los. Vorher wurde sich aber noch einmal standesgemäß mit reichlich Sterni und Voddie von den Berlinern verabschiedet. BerlinaleGanz großes Kino dabei die Thrash-Metaler von Space Chaser , die live schön old-skool alles in Grund und Boden wegknüppelten, so dass jute „Thrasher“-Stimmung anno 1987 bis zum letzten Sterniabwinken angesagt war. Im Anschluss gab es dann noch eine jute Mischung aus
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Schwer zu sagen ob die Lena Hoschek Sause die beste Party der Fashion-Week war, aber mit 100 prozentiger Sicherheit war es die kuulste. Häppchen wurden von burlesquen Models gereicht, so dass man beim knipsen direkt in Oliver Raths Fußstapfen treten konnte ;), zahlreiche Gäste in Lena Hoschek look-alike Outfits sorgten für eine lustige 50er Kulisse und die Rockabilly-Punk Rampensäue Kamikaze Queens rockten mit ihrer genialen Live Show das Haus. Einen guten Eindruck der Kamikaze Queens kann man hier
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