Premiere Phoenix
fp | 25.09.2014   
Premiere Phoenix, Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf, Christian Petzold, Peter Rommel, Berlin, Foto, Film, wagg.de
Nach einer kurzen künstlerischen Pause geht es endlich, wie ein Phönix aus der Asche =D, mit dem besten Blog des World Wide Web weiter und so wurde gestern bei der Premiere des Holocaust-Dramas Phönix nach dem rechten geschaut. Nachdem die Hautdarsteller Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf sowie Regisseur Christian Petzold (u.a. Die innere Sicherheit) das Defilee am roten Teppich überstanden hatten, wurde im Kino International auch schon der Film freigegeben und auf der Kinoleinwand gab es dann zum Glück kein betretendes Betroffenheitskino a la „Schinders Liste“ anzuschauen, sondern ein subtiles und intelligentes Psychodrama, in dem es um die psychotraumatischen Folgen nach einigen Jahren Gefangenschaft in einem Konzentrationslager geht. So gibt es in „Phoenix“ zum Gllück auch keine Leichenberge, Erschießungen und SS-Schergen zu sehen, sondern es geht um die seelischen Wunden die so ein Krieg reißt, was aber nicht unbedingt minder harte Kost ist. Mit den sylistischen Mitteln des „Film noir“ und inspiriert von Hitchcock (Vertigo) zeichnet der Regisseur dabei ein bedrückend authentisches Nachkriegsdeutschland und erzählt von der unauflösbaren Spannung zwischen Verdrängung und Erinnerung sowie Sühne und Vergebung.



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Einzige Kritikpunkte des Dramas sind das gewöhnungsbedürftig theaterhafte Schauspiel von Nina Hoss und die streckenweise bedeutungsschwangeren Dialoge, die „Phoenix“ etwas klischeehaft verkopft und hochkulturell wirken lassen, sowie, dass mehr oder weniger jede Einstellung, ästhetisch oder inhaltlich, wie ein Zitat, eine Metapher oder eine Interpretation zu irgendetwas erscheint, was dem Streifen eine irgendwie latent didaktische Note gibt bzw. an ein Deutsch-LK Trauma erinnert =D. Trotzdem ist "Phoenix" ein absolut sehenswerter Film und es ist immer wieder schön, dass nicht immer nur leicht verdauliches Popkorn- und Blockbusterkino gedreht wird, sondern auch mal so ungewöhnliche, berührende und zum Diskurs anregende wie dieser hier. Kinostart ist genau heute und statt DVD oder Streaming ist wegen der tollen „Film noir“ Ästhetik unbedingt das lösen einer Kinokarte zu empfehlen, da diese wohl nur auf großer Kino-Leinwand richtig schön zur Geltung kommen dürfte.

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Kategorie: Film

Premiere Phoenix, Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf, Christian Petzold, Peter Rommel, Berlin, Foto, Film, wagg.de
Wagg.de is not Dead und so ging es am Sonntag noch zur lustigen Punk-Dampferfahrt, wo niemand geringeres als die guten alten Peter and The Test Tube Babies spielten, eine UK-Band aus den early 80ern.

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Das man alt wird, erkennt man nicht nur daran, dass man sich einen Porsche oder eine Harley zulegen will, sondern auch daran, dass dein juveniler Lifestyle plötzlich im Museum ausgestellt oder verfilmt wird. Wie etwa die neue Doku über die gute alte „Bar25“, den Club, wo du eine zeitlang dein halbes Leben zugebracht hast und wo sogar spiegel online exklusiv über die Premiere berichtete. Willkommen im Altersheim =D. Auf der Zeitreise in die Verhgangenheit wurden die geladenen Gäste erstmal mit reichlich Glitzer-Schminke verschönert, mit der guten alten Wodkarutsche abgefüllt und natürlich mit reichlich Konfetti überschüttet, so dass es eine schöne Party-Premiere wurde. Als der Streifen über den After-Aua-Schuppen Sehnsuchtsort Berlins der Nullerjahre freigegeben wurde, gab es ein recht ambivalentes Movie über die Bar25 zu betrachten: Der ganze Film besteht eigentlich nur aus Party-Szenen, die mit Handkamera abgefilmt wurden, die dann mit Interviews der Bar-Macher zusammengeschnitten werden. Gefallen und interessant fand ich dabei den Blick hinter die Kulissen, etwa wenn der „Tür-Hitler“ mit der Kamera beim „Selektieren“ begleitet wird, oder wenn die schwäbelnden Bar25-Protagonisten beim häuslebauenzusammenhämmern der Holzhütten zu sehen sind. Interessant auch bei „Bar25 – Tage außerhalb der Zeit“, zu sehen, wie künstliche Mythen geschaffen werden, dont belive da Hype =D. Etwas boring fand ich das permanente abgekulte der Bar, streckenweise wirkt der Streifen wie ein Werbe-Clip und kritisches, wie etwa übermäßiger Drogenkonsum oder das sinnbefreite tagelange durchgefeiere sucht man in der „Dokumentation“ auch vergebens. In den Trailer reinflimmern kann man weltexklusiv wie immer hier und für alle alten Bar-Menschen eh ein nostalgisches Muss und für die noch nicht so alten, einfach raven gehen und neue kühle Clubs entdecken, hat man wohl mehr von...
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Am Mittwochabend feierte ja der neue Film von Dietrich Brüggemann 3 ZIMMER/KÜCHE/BAD Premiere in der Kulturbrauerei. In der turbulenten Umzugskomödie dreht sich alles um das wilde WG-Leben während der Studienzeit, so dass es auf der Leinwand natürlich viel Herzschmerz, Selbstfindung und Umzüge en masse zu sehen gibt, so wie es jeder miterlebt hat, der auch einmal studiert und in einer WG gelebt hat. Dabei geht grenzenlose Freiheit natürlich einher mit grenzenloser Unsicherheit im Job, in der Liebe und im Leben. So ist 3 ZIMMER/KÜCHE/BAD ein unterhaltsames Portrait der kosmopolitischen „Latte Macchiato Boheme“/ „Generation Praktikum“ geworden, genauso wie man sie auch zu hunderten in den WG-PartysWohngemeinschaften in Friedrichshain, Kreuzberg oder im Prenzlauer Berg trifft.
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Weniger ist nicht immer mehr und so wurde gestern Abend mal geschaut, was das Nachtleben der Hauptstadt kann: Zum warm-up ging es zunächst zur Uraufführung von Phantastische Tierwesen, der im Rahmen einer 20er Jahre Cocktail-Party im Sony Center Premiere feierte. Nach ein paar Mineralwasser, Cola und Sprite hab ich mir die ersten 20 Minuten des Fantasy Streifens angeschaut, die auch recht unterhaltsam waren. Sehr authentisch taucht man in 3D in die Swinging 20er New Yorks ein und die Story scheint recht spannend und unterhaltsam zu sein, nur zum Ende soll es zu blockbuster-style mit zu viel Action und Special FX werden, wie mir aus stilsicherer Quelle gespoilert wurde.
Premiere Phoenix, Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf, Christian Petzold, Peter Rommel, Berlin, Foto, Film, wagg.de
Diese Woche wurde einmal weniger Party gemacht und dafür ins Kino gegangen. Einmal feierte gestern das deutsche Endzeitdramas Hell seine Premiere in der Kulturbrauerei. In Hell wird das Szenario einer massiven Klimaerwärmung in Verbindung mit der Verknappung von überlebenswichtigen Ressourcen wie Wasser und Nahrung konstruiert und gezeigt wie sich der nackte Überlebenskampf jenseits der Zivilisation gestaltet, wenn jene durch pure Barbarei verdrängt wird. In vielfacher Weise erinnert diese düstere Endzeit-Story natürlich stark an The Road und wie die meisten Filme dieses Genre weißt natürlich auch Hell keine komplexe Erzählkonstruktion auf, aber trotzdem ist der Film mit seiner gruseligen und düsteren Grundstimmung doch recht spannend geworden. Alle Schauspieler (Hannah Herzsprung, Lars Eidinger, Stipe Erceg, Lisa Vicari, Angela Winkler) wirken überzeugend und realistisch und geben in dem Regiedebüt von Nachwuchsregisseur Tim Fehlbaum schöne Einblicke in die grausamen Abgründe der menschlichen Seele. Hell läuft ab dem 22.09. im Kino…
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