Premiere: Nächster Halt Fruitville Station +++ Verlosung 1 x 2 Kinotickets für Nächster Halt Fruitville Station
lw, gm, fp | 25.04.2014   
Premiere Nächster Halt Fruitville Station, Tina K, Heinz Gindullis, Berlin, Foto, wagg.de, Film
Was passiert, wenn man zum falschen Zeitpunkt auf die falschen Leute trifft? Gestern um 19.30 war die Deutschland Premiere des Dramas „Nächster Halt Fruitvale Station“. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte und zeigt den letzten Tag im Leben des 22 jährigen Oscar Grant, der Opfer von Polizeigewalt wurde. Mit der schnörkellosen und sachlichen Atmosphäre des Kino International hat der Verleih DCM den passenden Rahmen für diesen authentischen und atmosphärisch dichten Film geschaffen. Um Miete und Lebensunterhalt für seine junge Familie zusammenzukratzen gerät Oscar immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz. Zum Jahreswechsel 2008/2009 versucht er schließlich ein neues Leben anzufangen. Der Film besteht zu 90% aus dem Alltag von Oscar, seiner Familie und seiner Freunde. Regisseur Ryan Coogler inszeniert die Geschichte so, dass zu jedem Zeitpunkt die Handlungen motiviert und nachvollziehbar sind. Auch der alltägliche Rassismus wird in den Details geschildert, aber ohne aufdringlich den moralischen Zeigefinger zu heben.



Premiere Nächster Halt Fruitville Station, Tina K, Heinz Gindullis, Berlin, Foto, wagg.de, Film
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Etwa als Oscar eine Geburtstagskarte mit dem Bild einer glücklichen Familie für seine Mutter kauft schmunzeln wir mit dem Protagonisten, denn die abgebildete Familie besteht nur aus Weißen. Erzählerisch kommt der Film fast Dokumentarisch daher, von Anfang an wird man gefesselt und die Sorgen, Nöte aber auch schönen Momente in Oscars Leben sind greifbar, fühlbar und jederzeit präsent im Kinosaal. In keinem Moment gibt es Längen oder Löcher im Plot obwohl die Ereignisse handwerklich und mit Vorahnungen dramaturgisch geschickt auf das Ende des Films zulaufen. Schließlich findet der Film in einer Verknüpfung vieler Umstände am Bahnhof Fruitville Station seinen tragischen Höhepunkt. Oscar trifft zum falschen Zeitpunkt auf Leute aus seiner Vergangenheit und eine nervöse Polizeieinheit.



Nach der Premiere gab es noch ein Gespräch mit der Initiative „I am Jonny“ in der Tina K. die Schwester des 2012 am Alexanderplatz zu Tode geprügelten Jonny K. für mehr Präventionsarbeit in Berlin wirbt. Ihre Initiative unterstützen kann man hier. Ihr Ziel ist es, dass es eben „nichtmehr diese falschen Leute gibt.“ Der Film ist sehr zu empfehlen und zum Kinostart am 1. Mai gibt es noch 2 Kinokarten zu gewinnen (einfach E-Mail an ferdinand(ät)wagg.de und die Tickets müssen in Mitte abgeholt werden und gelten natürlich an allen Tagen wo der Streifen im Kino deiner Wahl läuft!).

Autor: Leander Willhart (lw), Fotos Gerald Matzka (gm), fp
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Kategorie: Film

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In circa 3 Wochen steht die Hauptstadt ja wieder ganz im Bann der Mode und zahlreicher Fashion Partys und einen schönen Vorgeschmack darauf gab es bereits gestern Abend am Tauenzien, wo bei dem Opening der Forever 21 und Pull & Bear Stores schon die ganzen ModemädchenModeopfer wieder los waren. Ganz girl-like wurden die ganzen Looks dann auch gleich durchprobiert, zu Sekt und Mojitos die neusten Trends diskutiert und sogar die Kaufhausmusik war mal richtig geschmackvoll, denn die geladen Gäste wurden mit „Schwartz dont Crack“, „Lary“ und „French Horn Rebellion“ schön bespasst, so dass man gar nicht mehr zu Rock am Ring oder gar in einen langweiligen Club düsen musste.
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Gestern Abend war mal wieder Kino angesagt und diesmal ging ins Sony Center zur Deutschlandpremiere von „Die Bestimmung – Divergent“. Meistens nerven ja Uraufführungen in dem seelenlosen Blockbuster-Kino mitsamt den ganzen kreischenden Autogrammjäger-Fans, Promis anschreienden Fotografen und der hysterischen Security, aber wegen der Champions League und dem eher zum Hollywood-Nachwuchs gehörenden Hauptdarstellern Shailene Woodley und Theo James auf dem roten Teppich, hielt sich der Trubel dann ziemlich in Grenzen. So konnte man sich auch mal ganz entspannt den Anti-UtopieDystopie-Streifen anschauen, der in den ersten zweidritteln auch gar nicht mal so uninteressant ist: Nach dem 3. Weltkrieg ist Chicago in fünf Kasten aufgeteilt und einer Kaste gehört man je nach seiner Persönlichkeit an und diese Kasten ergänzen sich gegenseitig und bilden eine Art futuristische Gesellschaftsform. Schließlich bekämpfen sich die Kasten gegenseitig und im Ansatz geht es um gar nicht mal so uninteressante Fragen, wie etwa um Individualismus versus Konformismus oder (un)gerechter Macht-Verteilung in einem repressiven System. Im letzten Drittel mutiert der Science-Fiction-Film dann aber in eine krude Mischung aus zielgruppengerechten Teenie-Streifen und einem wenig glaubhaften Showdown-Gemetzel. Ebenfalls ganz gruselig ist der Soundtrack, der wohl an die „Bravo/Castingshow“-Hörgewohnheiten von 13jährigen angepasst wurde und wer in den Film geht, sollte sich zudem unbedingt die Original-Version anschauen, weil die Synchro auch noch Horrorschau ist.
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Am Mittwoch wurden dann bei der Modewoche auch mal ein paar Shows geguckt, schließlich geht es bei der Fashion Week ja um Mode und nicht nur um sinnlos Party zu machen, oberflächlich feiern kann man letztendlich, wenn man tot ist. Zunächst ging es zur Show von HolyGhost, wo es tragbare, aber elegante und aus den 70er Jahren inspirierte Looks zu schauen gab.

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Essen macht Spaß, viel essen noch viel mehr und so wurde diese Woche mal eine Gastro-Week eingelegt. Nachdem am Dienstag beim Umami hinter die Töpfe geguckt wurde, ging es gestern zum Opening des Burgerladen von den Fäshion-Blogger Jungz von Dandy Diary, wo es bei Gesichtsbuch circa 10000 Zusagen gab, so dass das Dandy Diner jetzt wohl der viralste Burgerladen Deutschlands sein dürfte. Aber Flashmob-Klaustrophobie-Partys sind eh immer am lustigsten und ganz am Anfang und zum Schluss war es auch gar nicht mehr so überfüllt, so dass ich alle Burger mal in Ruhe durchfuttern konnte, die wirklich lecker und zudem alle 666% vegan sind, so dass man seinen Körper auch nicht zu einem Tierfriedhof machen muss.
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Wo jetzt immer schön die Sonne lacht und alle am See chillen und die letzten Reviews so lange her sind, ist es auch mal wieder an der Zeit für ein paar Vinyl Reviews. Der momentane Platten-Hype und der dumme RSD nerven zwar gerade, weil die Preise im Vergleich zu früher wirklich krass angestiegen sind und nen Zwani für Neuerscheinungen schon Standard geworden sind, so dass man gar nicht mehr lustig und unbeschwert wie früher diggen kann. Da kommt manchmal schon die Frage auf, ob man sich für die ganze Kohle nicht lieber ne Kiste Bier oder Rauschgift zulegt und man da nicht letztlich mehr von hat. Bei der Lollapalooza Prae-Party gab es aber zum Glück das neue Boys Noize Album vom Chef persönlich (danke Dude!), so dass einem amtlichen Bierbauch erstmal nichts im Wege steht. Das Teil heißt Presents Strictly Raw Volume 1 und kommt voll arty mit einem minimalistischen, unifarbenen und blutroten Cover daher. Von der Mukke gibt es recht zeitlosen Techno mit wenig Wiedererkennungseffekt, der weniger Hit- und „Ed Banger“ lastig wie noch das jute alte Oi, Oi, Oi Album kommt und streckenweise musste ich an die guten alten ZombieNation oder eine "Gigolo" Platte aus der Nuller-Zeit denken. So ist die Scheibe auch weniger zum zu Hause hören geeignet, da sie schon recht Club-Style ausgefallen und teilweise ist auch recht düsteres Endzeit-Geknüppel drauf, aber jede Musik hat ja bekanntlich seine Zeit und zur Primetime bei der Warehouse-Party kann man schon gudde Laune bekommen. +++ Wo ja letzte Woche das halbe World Wide Web auf Ten Walls einprügelt hat, sicherlich Homosexuelle mit Pädophilen auf eine Stufe zu stellen war unendlich dumm, aber die hyperventilierenden PC-Blockwarte allerorten nerven mit ihrer Unlogik unendlich mal mehr. Mit derselben Logik kann man nämlich gleich auch Gangster Rap oder Reggae verbieten und die ganzen Bessermenschen müssten eigentlich auch täglich vor der saudischen oder iranischen Botschaft demonstrieren. In diesen Ländern werden Schwule nämlich vom Staat im Wochenrhythmus gehängt, geköpft oder sonst wie massakriert (ich spare mir jetzt die Links, google dein bester Kumpel) und da hört man immer nada, niente, nix außer dröhnenden Schweigens. Diese Doppelmoral saugt so unendlich, zumal sich der der litauische Produzent auch entschuldigt hat. Auf jeden Fall war Walking with Elephants mein Open-Air Sommer-Hit 2014 und Ten Walls war einer der wenigen interessanten Acts auf dem ansonsten gähn-langweiligen Berlin Festival. Durch den Boykott bekommt man die Pladde wohl gerade recht günstig oder in 138 Teile zerbrochen und mich verwundert, dass sie bisher nicht auch noch indiziert wurde =D. Die Scheibe auf der nächsten Party aufgelegt sorgt mit Sicherheit für bomben Stimmung und zudem kann man bestimmt eine interessante Kontroverse über Meinungsfreiheit versus Political Correctness vom Zaun reißen, was ja bei dem ewigen Kokain-Talk auf den Raves auch mal ne nette Abwechslung sein kann und wie schon vor 200 Jahren Voltaire so treffend anmerkte: „Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, daß Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen.“ +++ Und Last not least noch eine Band, die wieder nur ich gut finde, eine Art best of Album von Babymetal kann man jetzt auch offiziell in Deutschland kaufen - als die-hard Fan konnte man das bisher nur für viele Yens direkt aus Japan tun. Babymetal ist eine ehemalige Casting-Band mit 3 minderjährigen Schulmädchen, die man aber nicht mit dem Dieter Bohlen Casting-Schrott hierzulande vergleichen kann und die zufällig ein neues Genre erfunden haben, den „Kawaii (japanisch liebenswert, süß, niedlich) Metal“, den ich aber eher als Manga-Metal bezeichnen würde, weil die Girls so surreal skurril wie aus einem japanischen Comic entsprungen wirken. In Japan sind die Mädels bereits Superstars und füllen riesige Stadien (aber keine Ahnung wie das mit den Handschuhen und Gitarre spielen geht =D), was vielleicht auch durch den crazy Lolita-Schulmädchen-Fetisch im Land der aufgehenden Sonne erklärbar ist, aber abgesehen davon ist einfach die Mukke goil und infantile Anime-Stimmen mit knallharten Metal zu crossovern ist einfach ganz großes Kino. Punkt! Ich kannte Babymetal bisher nur als youtube-Phänomen und von ihren kuulen Videos (guckst du hier, hier, hier, hier oder hier ) und auf der CD sind mehr oder weniger auch die selben Tracks drauf. Eine Vinyl Version gibt es meines Wissens nicht (buh!) und keine Ahnung wer heutzutage noch CDs kauft, kommt ja schon ziemlich 90er und ob Compact Discs bei der Generation Internet Sinn machen, bin ich wirklich überfragt, ich besitze jedenfalls nur noch nen CD-Laufwerk im Rechner. 100 Prozent Sinn macht aber der Gig am 27. August im Huxleys, da haben die Kawaii Metal Girls nämlich Schulferien und werden in der Hauptstadt wohl einen der ungewöhnlichsten und sicherlich sehenswertesten Konzerte 2015 spielen. Und wem das doch alles zu Hype und Mainstream mit Babymetal wird, mit PassCode steht schon die nächste Lolita-Combo aus Japan in den Startlöchern. Sooo, happy digging, Peace & Harmony…
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