Premiere Das Kind
fp | 19.10.2012   
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Der Wahnsinn einer nie zur Ruhe kommenden Stadt: die Woche feierten gleich wieder mehrere Filme irgendwo Premiere, so dass man wie zur Berlinale jeden Tag ins Kino gehen konnte. So ging es am Mittwoch dann zur Erstaufführung der Bestseller-Verfilmung von Das Kind. Der Psycho-Mystery-Thriller basiert auf den extrem erfolgreichen Roman von Sebastian Fitzek und die Handlung im Buch sowie im Film dreht sich um Reinkarnation, Pädophilie und einen Serienmörder, wobei der Zuschauer zu Anfang ziemlich verwirrt wird, bis dann am Ende der Killer überführt und alles aufgelöst wird. Zielgruppe des Streifens sind aber wohl Hardcore-Sebastian Fitzek-Fans und der DVD/Video-Markt, denn der Film wirkt wie ein RTL2-B-Movie: Bis auf Schauspielprofi Dieter Hallervorden spielt der gesamte Cast durchweg unglaubwürdig und hölzern auf, die Dialoge grenzen an Parodie und die Handlung ist grenzdebil bis konfus.


Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de


Seit gestern läuft Das Kind überall im Kino und ab 2 Promille hat der Film sicherlich auch seine (surrealen) Momente und (unfreiwillige) Komik…
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
hier gehts zur Fotogalerie


Kategorie: Film

Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Vergessen ist Silber und erinnern ist Gold und so fiel mir just wieder ein, dass noch ein paar Impressionen aus dem lustigen Nachtleben auf meiner SD-Karte schlummern, aber das Internet vergisst schließlich nichts: Back in the days, letzten September, ging es zur Debüt-Show des neuen Fetish-Labels Nakt in die Griesmühle, wo der Name auch gleich Programm wurde (nomen est omen =D) und es...
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Statt „Xaver“ Paranoia war dann letzten Donnerstag auch mal wieder jut Mitte-Titte-RocknRoll-Abrissparty und DCAC Mk4 angesagt, wobei DCAC Mk4 jedoch weder das kryptische Passwort zum Hochfahren eines Atomreaktors noch die Jahreszahl der Varusschlacht beinhaltet, sondern lediglich den Namen des neuen Sneakers vom Patrick Mohr. Der Münchener Modedesigner designt ja nicht nur Jeans und verwirrt(e) die Modewelt mit skurrilen FreakshowsModenschauen, sondern entwürft seit 2010 auch Schuhe.
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Genauso wie die Bar 25 früher kein simpler After-Aua Schuppen war, sondern auch als Zirkus, Label und Drehort fungierte, so werden nun auch im Kater Holzig die Bretter die die Welt bedeuten ausgefahren. Uraufgeführt wurde gestern eine Neuinterpretation von Hugo von Hofmannsthal Erfolgsstück Jedermann mit dem Namen Das Digital. Inhaltlich wurde die Kapitalismuskritik – das Anliegen von Hugo von Hofmannsthals Theaterstück – auf eine Art Digitalisierungs-Kritik erweitert. Das Thekaterstück ist aber eigentlich fernab jeglichen „Politischen Theaters“ angesiedelt, denn mit der selben Ironie wie sich der Kater seinen Fotoautomat täglich mit hunderten von Touri- €uros auffüllen lässt wird das gesellschafts- und kapitalismuskritische Stück u.a. vom bösen Coca Cola-Konzern gesponsert. Eine stringente Handlung ist auch nicht wirklich erkennbar, sondern metapheresker Ausdruckstanz und bedeutungsschwere Monologe ohne erkennbaren Zusammenhang wechseln sich gegenseitig ab. Das Fehlen einer Handlung oder Sinns ist jedoch nicht wirklich störend, denn das Stück ist trotzdem recht unterhaltsam geworden, einmal durch den wirklich lustigen Soundtrack der von Alter Ego zu Goa-Trance bis Ton Steine Scherben reicht, so dass man auch von einem halben Musical sprechen kann und dann durch die wirklich sympathisch aufspielenden Laiendarsteller die wohl zum Teil direkt hinter der Bar im Kater rekrutiert wurden und natürlich auch wegen der zirkusartigen Fantasie-Freakshow-Kostüme. So gibt es bei Das Digital glücklicherweise kein subventioniertes Hochkultur/Feuilleton-Theater zu sehen, sondern es kann gelacht und sogar mitgefeiert werden. Sowohl als Warm-up am Freitagabend als auch zum runterkommen Sonntags hat das Theaterstück mit Sicherheit seine Momente…
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Montag war dann mal wieder Kinotag und so ging es entspannt zur Berlin-Premiere von Eden-Lost in Music, einen Film über die Pariser House Szene in den Neunzigern und frühen Nuller Jahren. Inhaltlich geht es um die Höhen und Tiefen (Achtung Wortspiel =D) des wilden DJ Lebens und der Streifen ist nicht nur interessant, sondern auch recht authentisch und schaut dokumentarisch hinter die Kulissen des angeblich so glamourösen Discjockey-Lifestyles, ohne dabei aber so tendenziös wie etwa Berlin Calling zu werden. So ist „Eden“ auch ein eher ruhigerer Film ohne hollywoodeske Dramamomente und Showdowns geworden, trotzdem schafft es Regisseurin Mia Hansen-Løve trotz Überlänge (131 Minuten) und obwohl eigentlich immer das Gleiche passiert (feiern, auflegen koksen, neue Freundin, Trennung, Depression, feiern, auflegen, koksen, neue Freundin, Trennung, Depression…) einen packenden Film und ein schönes Generationen-Portrait zu schustern, das irgendwie nie langweilig wird und gerade durch seine unspektakulären Alltags-Momente besticht. Besonders sehenswert ist der Part in den frühen Neunzigern, als elektronische Tanzmusik in Paris noch ein avantgardistischer Sound und kreative DIY-Subkultur war und der sell out und Mainstream noch fern und die Roboter von Daft Punk im Radio noch nicht tot gedudelt wurden und natürlich der ewige Konflikt vom älter werden und Abschied von der unbeschwerten Jugend nehmen. Es geht aber nicht nur um das zerplatzen idealistischer Adoleszenz-Träume, sondern „Eden“ ist natürlich auch ein Musikfilm mit einem größtenteils kuulen Soundtrack (solange man 90er Disko-House mag) und kein Daft Punk - the Movie Streifen, wie es der Trailer vielleicht suggerieren mag. An dieser Stelle großen Respekt an die Regisseurin für ein tolles und sehenswertes Independent-Movie und dem denkmalsetzen der Rave-Kultur, die aber zum Glück noch nicht im Museum verstaubt, sondern nach wie vor jedes Wochenende putz munter weiterfeiert, zumindest in Berlin, Gentrifizierung und Münchenisierung zum Trotz. Kinostart ist am 30. April und zum Trailer flimmern geht’s wie immer weltexklusiv hier
Premiere Das Kind, Ben Becker, Sebastian Fitzek, Dieter Hallervorden, Christian Träumer, Berlin, Foto, wagg.de
Dieser Freitag ist ja der 8. Mai, der Tag an dem mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands der Zweite Weltkrieg in Europa beendet wurde, für einige ein Tag der Niederlage, für viele ein Tag der Befreiung und für die meisten ein Tag des Sieges. Die größte Last dieses wahnsinnigen Krieges trug damals sicherlich die Sowjetunion mit Millionen Toten und einem verwüsteten Land und ist dort heute der wichtigste öffentliche Feiertag “mit Tränen in den Augen”, wie es treffend in einem alten russischen Lied heißt und heute natürlich Identifikationssymbol des Landes. In diesem Sinne ist es sicherlich nicht uninteressant, aus welcher Perspektive junge russische Künstler das heutige Deutschland, den Kriegsgegner siebzig Jahre nach Kriegsende, betrachten. Aufschlussreiche Antworten kann man sicherlich in der Ausstellung Germany through the eyes of Russian artists finden, bei der Landschaftsportraits von zehn russischen Künstlern zu sehen sind, die bei einer Deutschlandreise in diesem Frühjahr entstanden sind. So steht die Ausstellung auch im Geiste eines „nie wieder Krieg“ und soll demonstrieren, dass die Kunst auch eine Brücke ist, die Motor für Toleranz, Vielfalt und Frieden sein kann. Hört sich vielleicht alles etwas eso- und hippiemäßig an, aber wenn man mal drüber nachdenkt, sind es doch die Werte auf die es wirklich ankommt im Leben und wie heißt es so schön „wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart", deswegen kommt da morgen alle mit Blumen im Haar vorbei und neben freien Eintritt und der Kunst gibt es auch noch free Cocktails für den Frieden und die Liebe zu schlürfen… Abbildung: Alexander Grishin
follow us on instafame :)