Fashion Week 2011 – Tag 2: Wood Wood Fashion Show +++ mutewatch launch party +++ Abrissparty Auguststrasse
fp | 12.07.2011   
Fashion Week 2011, Foto, Wood Wood, Fashion Show, mutewatch launch party, Conny Opper, Berlin, wagg.de
Urbaner Öko-Look inklusive oranger Socken in braunen Orthopädie-Sandalen (da fehlten wirklich nur noch die Fahrradhelme ;) sind gemäß dem dänische Label Wood Wood nächste Saison schwer angesagt. Socken und Öko-Sandalen werden nach dem Trenchcoat- und Gummistiefel Revival aber bitte bitte nicht der neue Trend (ich wohne gleich bei der Castingallee – ich weiß wovon ich spreche). Fazit: unkuulness ist nicht zwangsläufig die neue kuulness…

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Anschließend ging es gleich weiter zu dem Uhrenhersteller Mutewatch aus Schweden, der mit einer sexy Installation, viel Vodka und Tekkno, Tekkno jut feierten.

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Als der Vodka bei Mutewatch dann alle war, ging es noch zu den rar geworden guten Mitte Parties in die Auguststrasse, wo dann auch gleich der öffentliche Verkehr lahm gelegt wurde, selbst Team Grün circa eine ½ Stunde zum passieren brauchte und sogar einige von der gleich nebenan statt findenden Hugo Boss Party rüberkamen.



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Kategorie: Lifestyle, Musik

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Nach den vielen guten Vorsätzen im neuen Jahr war dann erst mal wieder etwas Kultur angesagt, Hochkultur kommt schließlich vor dem Fall. So ging es am Freitag ganz monarchistisch zur Premiere von Elisabeth, ein Musical-Drama über das bewegte Leben der Kaiserin Sissi. Sissi kennen die meisten sicherlich von den kitschigen Verfilmungen mit Romy Schneider oder den Disney Zeichentrick Filmen. Vorab top informiert, wie ich immer bin, war ich dann recht erstaunt, dass es im Admiralspalast keine kleine Mädchen Prinzessinnen Saga mit unendlich Harmonie und Blingbling zu gucken gab, sondern sich das Musical an der historischen Vita der Kaiserin orientiert und zum Ende immer mehr zu einem Shakespeare Drama mutiert.
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Es gibt doch nichts schöneres als Teil einer Werbekampagne zu sein und so ging es Mittwoch Abend noch zur Premiere von Suicide Squad, der weltweit in circa 20 Ländern parallel Premiere feierte und unter anderem auch in der guten alten Hauptstadt. Die ganzen Schauspieler waren zwar alle bei der Premiere in London, aber mit den ganzen Lokal-Promis ins Kino zu gehen und Party zu machen ist doch eh viel lustiger, als wenn das immer so unchillig in Starrummel mit 10000 Paparazzos ausartet. Als der Superhelden-Blockbuster nach einer endlos langen Liveschaltung zum Red Carpet in London endlich freigegeben wurde, gab es bis auf die vorhersehbare Handlung eigentlich einen recht kuulen Streifen zu gucken.
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Wo jetzt immer schön die Sonne lacht und alle am See chillen und die letzten Reviews so lange her sind, ist es auch mal wieder an der Zeit für ein paar Vinyl Reviews. Der momentane Platten-Hype und der dumme RSD nerven zwar gerade, weil die Preise im Vergleich zu früher wirklich krass angestiegen sind und nen Zwani für Neuerscheinungen schon Standard geworden sind, so dass man gar nicht mehr lustig und unbeschwert wie früher diggen kann. Da kommt manchmal schon die Frage auf, ob man sich für die ganze Kohle nicht lieber ne Kiste Bier oder Rauschgift zulegt und man da nicht letztlich mehr von hat. Bei der Lollapalooza Prae-Party gab es aber zum Glück das neue Boys Noize Album vom Chef persönlich (danke Dude!), so dass einem amtlichen Bierbauch erstmal nichts im Wege steht. Das Teil heißt Presents Strictly Raw Volume 1 und kommt voll arty mit einem minimalistischen, unifarbenen und blutroten Cover daher. Von der Mukke gibt es recht zeitlosen Techno mit wenig Wiedererkennungseffekt, der weniger Hit- und „Ed Banger“ lastig wie noch das jute alte Oi, Oi, Oi Album kommt und streckenweise musste ich an die guten alten ZombieNation oder eine "Gigolo" Platte aus der Nuller-Zeit denken. So ist die Scheibe auch weniger zum zu Hause hören geeignet, da sie schon recht Club-Style ausgefallen und teilweise ist auch recht düsteres Endzeit-Geknüppel drauf, aber jede Musik hat ja bekanntlich seine Zeit und zur Primetime bei der Warehouse-Party kann man schon gudde Laune bekommen. +++ Wo ja letzte Woche das halbe World Wide Web auf Ten Walls einprügelt hat, sicherlich Homosexuelle mit Pädophilen auf eine Stufe zu stellen war unendlich dumm, aber die hyperventilierenden PC-Blockwarte allerorten nerven mit ihrer Unlogik unendlich mal mehr. Mit derselben Logik kann man nämlich gleich auch Gangster Rap oder Reggae verbieten und die ganzen Bessermenschen müssten eigentlich auch täglich vor der saudischen oder iranischen Botschaft demonstrieren. In diesen Ländern werden Schwule nämlich vom Staat im Wochenrhythmus gehängt, geköpft oder sonst wie massakriert (ich spare mir jetzt die Links, google dein bester Kumpel) und da hört man immer nada, niente, nix außer dröhnenden Schweigens. Diese Doppelmoral saugt so unendlich, zumal sich der der litauische Produzent auch entschuldigt hat. Auf jeden Fall war Walking with Elephants mein Open-Air Sommer-Hit 2014 und Ten Walls war einer der wenigen interessanten Acts auf dem ansonsten gähn-langweiligen Berlin Festival. Durch den Boykott bekommt man die Pladde wohl gerade recht günstig oder in 138 Teile zerbrochen und mich verwundert, dass sie bisher nicht auch noch indiziert wurde =D. Die Scheibe auf der nächsten Party aufgelegt sorgt mit Sicherheit für bomben Stimmung und zudem kann man bestimmt eine interessante Kontroverse über Meinungsfreiheit versus Political Correctness vom Zaun reißen, was ja bei dem ewigen Kokain-Talk auf den Raves auch mal ne nette Abwechslung sein kann und wie schon vor 200 Jahren Voltaire so treffend anmerkte: „Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, daß Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen.“ +++ Und Last not least noch eine Band, die wieder nur ich gut finde, eine Art best of Album von Babymetal kann man jetzt auch offiziell in Deutschland kaufen - als die-hard Fan konnte man das bisher nur für viele Yens direkt aus Japan tun. Babymetal ist eine ehemalige Casting-Band mit 3 minderjährigen Schulmädchen, die man aber nicht mit dem Dieter Bohlen Casting-Schrott hierzulande vergleichen kann und die zufällig ein neues Genre erfunden haben, den „Kawaii (japanisch liebenswert, süß, niedlich) Metal“, den ich aber eher als Manga-Metal bezeichnen würde, weil die Girls so surreal skurril wie aus einem japanischen Comic entsprungen wirken. In Japan sind die Mädels bereits Superstars und füllen riesige Stadien (aber keine Ahnung wie das mit den Handschuhen und Gitarre spielen geht =D), was vielleicht auch durch den crazy Lolita-Schulmädchen-Fetisch im Land der aufgehenden Sonne erklärbar ist, aber abgesehen davon ist einfach die Mukke goil und infantile Anime-Stimmen mit knallharten Metal zu crossovern ist einfach ganz großes Kino. Punkt! Ich kannte Babymetal bisher nur als youtube-Phänomen und von ihren kuulen Videos (guckst du hier, hier, hier, hier oder hier ) und auf der CD sind mehr oder weniger auch die selben Tracks drauf. Eine Vinyl Version gibt es meines Wissens nicht (buh!) und keine Ahnung wer heutzutage noch CDs kauft, kommt ja schon ziemlich 90er und ob Compact Discs bei der Generation Internet Sinn machen, bin ich wirklich überfragt, ich besitze jedenfalls nur noch nen CD-Laufwerk im Rechner. 100 Prozent Sinn macht aber der Gig am 27. August im Huxleys, da haben die Kawaii Metal Girls nämlich Schulferien und werden in der Hauptstadt wohl einen der ungewöhnlichsten und sicherlich sehenswertesten Konzerte 2015 spielen. Und wem das doch alles zu Hype und Mainstream mit Babymetal wird, mit PassCode steht schon die nächste Lolita-Combo aus Japan in den Startlöchern. Sooo, happy digging, Peace & Harmony…
Fashion Week 2011, Foto, Wood Wood, Fashion Show, mutewatch launch party, Conny Opper, Berlin, wagg.de
Kreative Locations, ausgefallene Stoffe und Körperkunst der etwas anderen Art – Matthias Maus schafft es mit MBRILIANT immer wieder zu faszinieren, schockieren und gleichzeitig aber wunderschöne, tragbare Mode zu entwerfen (guckst du hier, hier und hier). Auch im neuen Jahr glitzerte MBRILLIANT (nomen est omen :D) auf der Berlin Fashion Week. In der Zwingli Kirche, ,ließ Matthias Maus im wahrsten Sinne die „Glocken läuten“, denn eröffnet wurde die Fashion Show "Shadowdance - Wheel of Fortune" mit einer besonderen Schatten-Choreographie vom Balletmeister Gentian Doda (Berliner Staatsballett). Der Tänzer Alexander Abdukarimov bewegte sich anmutig im Adamskostüm hinter einer Stoffwand und ließ der katholischen Fantasie nur wenig Spielraum übrig. :D
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Techno is not a Crime und so ging es letzten Mittwoch noch zur Uraufführung der Techno-Thriller-Amazon-Prime-Serie Beat, die im Kraftwerk Premiere feierte. Die erste Folge, die gescreent wurde, war dann eher ambivalent, die Berliner Party-Szene dient als Kulisse für einen Psychothriller in dem es um Organ- und Waffenhandel geht und einige Raver aus dem Leben scheiden müssen, aber zu viel, soll hier nicht gespoilert werden. Am besten gefallen hatte mir der souverän aufspielende Cast (u.a. Jannis Niewöhner, Karoline Herfurth, Christian Berkel, Alexander Fehling, Kostja Ullmann), der düstere Look und die wasted Partyszenen, wo ständig geballert und gesext wird, aber das kann man auch selber jede Woche irgendwo auf einem Rave erleben. Eher boring und unglaubwürdig fand ich den ganzen Rest der Handlung, wo es um Geheimagenten, Mafia und böse Verschwörungen geht, so dass ich die zweite Folge dann auch direkt geschwänzt hatte, no binge-watching letzten Mittwoch =D…
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