Premiere Schlafkrankheit +++ Fete de la Musique 2011
fp | 23.06.2011   
Berlin, Fotos, Premiere Schlafkrankheit, Fete de la Musique 2011, Ulrich Köhler, Maximilian Mauff, Dirk von Lowtzow, Peter Lohmeyer, Retro Stefson
In dem einzigen deutschen Beitrag der zur Berlinale einen Bären gewonnen hat – Schlafkrankheit - geht es um das entbehrungsreiche Leben als Entwicklungshelfer in Kenia, um Idealismus der zu postkolonialen Zynismus wird und um Flucht vor dem Scheitern im bürgerlichen Europa. Schlafkrankheit ist ein ungewöhnlich und sehr ruhig inszenierter Berliner Schule – Film geworden, in dem in authentischen und höchst eindringlichen Bildern ein Afrika wie eine offene Wunde gezeichnet wird, ein Afrika der Korruption, Armut, Prostitution, Schmutz, Lethargie und Hoffnungslosigkeit. Schlafkrankheit ist jedoch kein ausschließlicher Film über Afrika, sondern indirekt ebenso ein Film über Europa, über die Entfremdung von der eigenen Kultur und über den Sinn oder nicht Sinn der Entwicklungshilfe. Obwohl vom Feuilleton durchgehend gefeiert und bei der Berlinale ausgezeichnet, wird es Schlafkrankheit an den Kinokassen wohl nicht einfach haben, trotzdem ist der Film unbedingt empfehlenswert, da er neue und vor allem interessante Wege geht…




Am Tag vorher ging es wieder viel zu spät zur Fete de la Musique. Vor der hippen Szene-Eisdiele Giovannis am Alexander Platz (da wo früher das Kinzo war) gab es Retro Stefson aus Island, die ein wenig an FM Belfast erinnerten und anschließend ging es weiter zum völlig überlaufenden Open Air an der Schilling Brücke wo techno, techno, techno angesagt war…

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Die Bosshoss werden ja entweder geliebt oder gehasst und ja es ist richtig, Stadion Rock und „The Voice of Germany“ saugt, aber wenn man mal die Gelegenheit hat die Spree-Cowboys in kleinen Rahmen live zu sehen unbedingt hin da. Nach ihrem Konzert in der Max Schmeeling Halle vor 10.000 Fans war wieder einmal so eine gute Gelegenheit, denn bei ihrer Aftershowparty im FluxBau standen die Country-Rocker erneut auf der Bühne und spielten einen schönen Club-Gig.
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Dit is Hauptstadt – nicht nur irgendwo jeden Tag irgend eine Filmpremiere, sondern auch immer öfters kleine Geheim-Gigs international nicht gerade unbekannter Bands. So gab es gestern im nhow Hotel einen „nicht in die Steckdose eingesteckten“ Gig von Skunk Anansie zu erleben, die dort ihr heute neu erscheinendes Album Black Traffic vor vielleicht 150 Gästen vorstellte. Die in den 90ern immer kahlköpfige Frontfrau Deborah Anne Dyer („Skin“), die immer auch ein wenig wie Grace Jones wirkt(e), sorgte zu dieser Zeit mit politisch expliziten Song-Texten über Feminismus und Antirassismus sowie mit Hits wie etwa Selling Jesus
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Am Mittwoch feierte das 2.Weltkriegsdrama Laconia Premiere in Berlin. In dem auf wahren Begebenheiten beruhenden TV 2teiler geht es um die Bewahrung von Menschlichkeit gegenüber dem Kriegs-Feind. 1942 trug sich eine bisher wenig bekannte Episode des 2. Weltkrieges zu: Ein deutsches U-Boot versenkt vor der Küste Afrikas einen Britischen Truppentransporter mit 2700 Menschen an Bord und rettet im Anschluss etwa 400 um ihr Leben kämpfende Menschen aus dem Atlantik und wird zum Dank von alliierten Flugzeugen bombardiert. Der Vorfall wurde seinerzeit von allen Kriegsparteien verschwiegen, der deutschen Kriegsführung passte der humanitäre Akt nicht ins Konzept und die Alliierten schämten sich wohl für die Bombardierung eines U-Bootes mit Schiffbrüchigen an Bord. Zudem passte der Vorfall sehr wahrscheinlich nicht in die gängige britische Feinbild-Propaganda von den mordlustigen deutschen huns. Und die deutsche Admiralität erließ im Gegenzug sogar den berüchtigten Laconia-Befehl, der es von da an U-Booten prinzipiell verbot Besatzungen versenkter Schiffe zur Hilfe zu eilen. Zur Deutschland-Premiere reiste eine Überlebende der Laconia-Tragödie sogar eigens aus England an. Die heute 83 Jährige Josephine Pratchett überlebte als 14 Jährige die Torpedierung und Versenkung der Laconia und im Anschluss die Bombardierung des deutschen U-Bootes das sie aus dem Meer fischte. Übermäßiger Pathos und stereotype Figuren dominieren zwar in dem TV-Movie, in dem vom 2. Weltkrieg besessenen England wurde Laconia aber bereits mit großen Erfolg ausgestrahlt. Über die Besprechung im hiesigen Feuilleton kann man jedoch gespannt sein, kommen die Deutschen See-Landser genreuntypisch fast schon sympathisch rüber und sogar Hitler-Nachfolger und Kriegsverbrecher Karl Dönitz (Thomas Kretschmann) wirkt in Laconia ein wenig wie Mutter Theresa. Die bekannteren Darsteller in dem TV-Drama sind Franka Potente, Thomas Kretschmann, Frederick Lau, Nikolai Kinski und Ken Duken. Sendetermin für den historisch interessierten Zuschauer ist der 2. und 3. November jeweils um 20:15 Uhr im Ersten und für den des Englisch mächtigen bereits auf youtube hier ;)
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Wo man redundant 24/7 raven kann in der Hauptstadt, gab es gestern statt Boiler Room lieber etwas Manga-Metal und so ging es statt zu Ellen Allien lieber zu Babymetal, Abwechslung ist ja schließlich das halbe Leben. Die drei minderjährigen Mädels aus Japan sind ja ein ziemlich krasses Internet-Phänomen und so war ich auf den Gig auch ziemlich gespannt, insbesondere was für Leute zu einem Babymetal Konzert gehen, weil ich ansonsten fast niemanden kenne der sowas hört und ich immer nur schräg angeguckt werde, wenn ich mich als Babymetal 4ever -Die-hard-Fan oute =D. Außerdem waren die Nipon-Girls einerseits bei Lady Gaga Vorband und haben aber auch bei zahlreichen Metal-Festivals gespielt – also jeweils vor komplett anderen Publikum.
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Diese Woche stand dann mal ganz im Zeichen des gastronomischen Wandels in der Hauptstadt. Bereits im Sommer ging ja das gute alte Cookies in die Annalen der Berliner Club-Geschichte ein um am Dienstag als Crackers wieder aufzuerstehen. Nach 20 Jahren steht nun aber eher das Kulinarische im Focus, denn die Ekstase auf dem Dancefloor, wo ja Speise und Trank bekanntlich der Sex des Alters sind. Das Interieur des Restaurant ist recht sachlich und minimalistisch gehalten und wirkt ein wenig wie ein Schwimmbad und das neue Konzept erinnert latent an das "White Trash", denn das Dinner wird musikalisch im "Crackers" auch live untermalt, zwar nicht von einer urigen Hillbilly oder Thrash Metal Band, dafür aber mit Qualitäts-House, so dass man die Arme schon mal in die Höhe strecken kann, wenn mal der DJ die Bässe ordentlich reinknallt und den ganzen Oberkörper durchschüttelt (aber natürlich nur mit Messer und Gabel in der Hand, Knigge und so ;)). Wie es sich für einen Heinz “Cookie” Gindullis gehört, musste der Neuanfang selbstverständlich standesgerecht mit einer „Nur für Freunde“ Flashmob Party gefeiert werden und halb Mitte wurde mal wieder amtlich abgefüllt und man kam sich bei so vielen Bekannten Gesichtern von früher ein wenig wie in einer Art Zeitmaschine vor, die einen sentimental an den Anfang der Nuller-Jahre zurückgebeamt hatte.
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