Karneval der Kulturen 2011
fp | 14.06.2011   
Karneval der Kulturen 2011, Fotos, wagg.de, Berlin
Wie jedes Jahr gibt es beim Umzug des Berliner Karneval der Kulturen immer eine gute Mischung aus Ballermann-Party, Love-Parade 1993-Feeling und Karneval in Rio zu erleben. Wie immer zu spät ;) wurden zwar wieder nur die Letzten paar Wagen mitgenommen, was aber den Spass keinen Abbruch tat, da diese eh meistens die mit der meisten Party sind. Ebenfalls auch lustig beim Karneval, dass man dort immer 1000 Leute aus der Schulzeit oder anderweitig 1000 Jahre nicht gesehen Menschen am laufenden Band trifft…


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Karneval der Kulturen 2011, Fotos, wagg.de, Berlin
Die Spiele sind eröffnet. Paris, London oder New York waren gestern, denn ab heute verwandelt sich die Hauptstadt wieder in einen riesigen Laufsteg der Mode, die Frontrow wird zum Kosmos der Eitelkeiten und der Schampus fließt in Strömen durch die Kehlen der durstigen Modeopfer. Hauptschauplatz ist wie immer das Zelt am Brandenburger Tor, wo der Modezirkus gestern mit der Maybelline Fashion Show pompös eröffnet wurde. Wer sich gefragt hat, wo so gigantische Eventzelte herkommen, der schaut am besten mal bei Röder vorbei. Nach der essentiellen Maybelline Sause im Sommer war ich ziemlich gespannt auf den Abend, weil es bei dieser Modenschau ja weniger um die Fashion-Kreationen, als um das Make-up auf den Gesichtern der Models ging.
Karneval der Kulturen 2011, Fotos, wagg.de, Berlin
Letzte Woche fand ja in Berlin die Internationale Tourismus-Börse (ITB) statt und nach dem Messegeschäft geht bei den ganzen Airlines und Hotelketten stets die Post ab. Ein ITB-Klassiker ist mittlerweile die Sause des Autovermieters Sixt, die am Mittwoch im mondänen Bärensaal im Alten Stadthaus stattfand. In dem historischen Gebäude (inklusive Einschusslöchern aus dem 2. WK) wurden die geladen Gäste dann persönlich von Regine und Erich Sixt per Handshake begrüßt und bevor es schließlich zum inoffiziellen Teil des Events über ging hielt der Firmenpatron sogar noch eine Laune machende Laudatio über die Erfolgsgeschichte seines Unternehmens, währenddessen seine Ehefrau Spenden für ihre Kinderhilfe Stiftung einsammelte. Der Autovermietungskonzern ist in der Öffentlichkeit besonders durch seine provokante Werbung bekannt.
Karneval der Kulturen 2011, Fotos, wagg.de, Berlin
Daumen hoch für die schön inszenierte Ost-West Liebesgeschichte Westwind, bei der Regisseur Robert Tahlheim (Am Ende kommen die Touristen) mit viel Herz-Schmerz die 80er Jahre, deutsche Teilung, „urst schaue“ Zonenmädels, arrogante Wessi-Milchbubis und Depeche-Mode -Synthi-Pop wiederauferstehen lässt. Der auf einer wahren Geschichte zweier Zwillingsschwestern beruhende Film kommt dabei ohne unnötigen Klamauk und Gefühlspathos aus und obwohl die Story etwas vorhersehbar und Spannungsbogen-frei wirkt macht es trotzdem spaß zuzuschauen, was sicherlich auch am Charme der Hauptdarsteller Friederike Becht, Luise Heyer und Franz Dinda liegt. Zudem lustig auch die 80er Kostüm-Ausstattung bei Westwind, die ja momentan eher hip als antiquiert wirkt und dass die historischen original Schwestern zu der Premiere anwesend waren. Westwind läuft ab dem 25.08. im Kino…
Karneval der Kulturen 2011, Fotos, wagg.de, Berlin
Am Mittwoch feierte der Erotikstreifen Hotel Desire seine Weltpremiere am Potsdamer Platz in Berlin. In der rund 40 Minuten langen Produktion dreht sich dann auch alles um das Thema Sex. Die Handlung ist kurz erzählt: Ein attraktives Zimmermädchen und junge Mutter (Saralisa Volm) Mitte-Ende 20 hatte seit 7 Jahren keinen Sex mehr, da sie glaubt, dass sich Männer nicht mehr für sie interessieren. An einem heißen Sommertag ändert sich das dann und sie hat Sex mit einem blinden Hotelgast (Clemens Schick). Das war auch schon die Rahmenhandlung um die es natürlich nur am Rande geht, denn der finale Sex-Akt wird dann recht ausführlich dargestellt und angeblich hatten die Darsteller dabei (während der Dreharbeiten) sogar wirklichen Sex miteinander. Was aber nun ist anders an Hotel Desire im Vergleich zu zehntausenden anderen „schmutzigen“ Filmchen mit mehr oder weniger nackten Tatsachen? Inhaltlich, dass richtige ansonsten seriöse Schauspieler mitwirken und dass Hotel Desire eigentlich gar kein richtiger (harter) Porno ist, sondern eher wie eine Mischung aus einem Emanuelle Film der 70er Jahre und einem Frauenporno wirkt. Mit Frauenpornos kenne ich mich jetzt nicht wirklich gut aus, aber durch die mehr oder weniger niveauvolle Vorgeschichte und die eher andeutende, atmosphärische und ästhetische Erotik in Hotel Desire könnte ich mir aber vorstellen, dass der Film auf Frauen sexuell stimulierend wirken könnte. Und auch finanziell und auswertungstechnisch bestreitet Hotel Desire gänzlich neue Wege, wurde die Produktion doch komplett über Spenden aus dem Internet finanziert und zunächst wird der Erotik-Streifen auch nur kostenpflichtig im World Wide Web zu sehen sein. Wer nun Clemens Schick und Saralisa Volm einmal beim Sex zuschauen möchte kann dies legal hier http://www.videoload.de/c/25615672 tun, ob sich solche Finanzierungsmodelle in Zeiten von kinox.to und Co. aber wirklich rentieren wird die Zukunft zeigen. Das Investoren-Kapital wurde aber auf jeden Fall gut in die Aftershow Sause investiert, denn die war für Film-Party-Verhältnisse auch mal richtig jut und bei ordentlicher Musik wurde sogar getanzt...
Karneval der Kulturen 2011, Fotos, wagg.de, Berlin
Letzte Woche war ja wieder Gallery Weekend in der Hauptstadt und auch als Kunst-Muffel hatte man es irgendwie schwer sich dem ganzen Kultur-Trubel zu entziehen. Neben der ganzen „gegenstandslosen Kunst“ in den etablierten Galerien gab es aber auch ein paar lustige Events, wie zum Beispiel das Opening der BC Gallery auf dem RAW Gelände, wo neben bunter Streetart (Bumblebee, Interesni Kazki, Inti, Jaz, M-City, Moneyless, Sixeart, Sowat & Stinkfish) und Techno auch noch die Gäste schön abgefüllt wurden. Etwas mondäner wurde es dann bei der Vernissage der Amerikanischen Schauspielerin Laurel Holloman, die ihre recht abstrakten Farbflächen Werke dem Kunstpublikum vorstellte. Laurel Holloman, die durch die Fernsehserie "The L World" bekannt geworden ist, verzichtet in ihren großformatigen Gemälden gänzlich auf konkrete Motive und lässt den Betrachter so die Möglichkeit zu beliebiger Interpretation, doch liegen existentialistische Elemente wie Wasser, Luft und Feuer als Inspiration auf der Hand.
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